Blick in die Zukunft der EU-Landwirtschaft

Blick in die Zukunft der EU-Landwirtschaft

Der EU Agricultural Outlook 2025-2035 zeigt, wie Europas Landwirtschaft trotz Klimawandel und Strukturwandel produktiv bleibt und sich zunehmend nachhaltig ausrichtet. Neue Chancen entstehen entlang biobasierter Wertschöpfungsketten.

Prognosen in der Landwirtschaft
Die EU erwartet bis 2035 eine produktive Landwirtschaft mit schrittweisen Fortschritten bei Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Die Europäische Kommission hat mit dem EU Agricultural Outlook 2025-2035 einen wichtigen Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung der europäischen Landwirtschaft vorgelegt. Der Bericht zeigt, wie sich der Agrarsektor unter dem Druck von Klimawandel, knapper werdenden Betriebsmitteln und veränderten Konsumgewohnheiten weiterentwickelt, und welche Rolle er innerhalb einer nachhaltigen Bioökonomie einnehmen kann. Laut Analyse bleibt die Produktivität trotz eines verlangsamten Wachstums hoch, während sich die Landwirtschaft schrittweise in Richtung ressourcenschonender Produktionssysteme transformiert.

Ausblick auf Produktivität, Wertschöpfung und Umwelt im Wandel

Bis 2035 wird die EU-Landwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit vor allem durch steigende Arbeitsproduktivität sichern. Diese Entwicklung trägt zu höheren Realeinkommen je Arbeitskraft bei und stabilisiert die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe. Gleichzeitig werden Fortschritte bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und Stickstoffüberschüssen erwartet. Dies ist ein zentrales Element für eine funktionierende Bioökonomie, die wirtschaftliche Leistung mit ökologischer Verantwortung verbindet. Besonders relevant ist dabei die zunehmende Ausrichtung auf höherwertige Produkte: Während die Gesamtmilchmenge stabil bleibt, wachsen Segmente wie Milchbestandteile, Butter und Magermilchpulver. Auch der Ausbau von Ölfrüchten und Körnerleguminosen stärkt die pflanzenbasierte Proteinversorgung und reduziert Importabhängigkeiten.

Veränderte Konsummuster und neue Chancen für die Bioökonomie

Der Bericht verdeutlicht, wie stark Konsumtrends die agrarische Wertschöpfung beeinflussen. Die Nachfrage nach Rind-, Schweine- sowie Schaf- und Ziegenfleisch geht weiter zurück, ebenso die Weinproduktion. Gleichzeitig wachsen Geflügel- und Eierproduktion, getragen von eine starken Nachfrage. In einzelnen Sektoren zeigen sich differenzierte Entwicklungen: Olivenöl erholt sich nach witterungsbedingten Einbrüchen, während sich Tomaten- und Orangenmärkte stärker in Richtung Verarbeitung und neue Produktkategorien verschieben. Diese Entwicklungen eröffnen Chancen für biobasierte Wertschöpfungsketten, etwa durch die Nutzung von Nebenströmen oder die Entwicklung innovativer Lebensmittel und biobasierter Materialien.

Insgesamt bleibt die EU bei zentralen Agrarprodukten weitgehend selbstversorgend und leistet mit ihren Exporten einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit. Der Ausblick unterstreicht zugleich die Bedeutung einer gezielten, zukunftsorientierten Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027, um die Landwirtschaft als tragende Säule der Bioökonomie weiterzuentwickeln.

hb