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19.04.2017

Neue Werkzeuge für die Pflanzenzüchtung

Mit verbesserten Genscheren wie CRISPR-Cas die Nutzpflanzen der Zukunft züchten - das steht im Fokus einer neuen Fördermaßnahme des Bundesforschungsministeriums.

 

Das Genome Editing ist ein vielversprechendes Werkzeug für Pflanzenzüchter. Aber die entstehenden Pflanzen sind nicht gentechnisch verändert, sagen Forscher.
Genome Editing ist ein vielversprechender Ansatz für Pflanzenzüchter.
Quelle: 
FikMik - fotolia

Das Genome Editing, auch Genomchirurgie genannt, birgt enormes Zukunftspotenzial. Mögliche Anwendungen für Genscheren wie CRISPR-Cas & Co. sind vielfältig. Pflanzenforschern und Züchtern eröffnen sich mit den neuen Präzisionswerkzeugen ganz neue Möglichkeiten, um ertragreiche und robuste Nutzpflanzen züchten zu können. Der Vorteil: Mithilfe der Genomchirurgie können leichter und präziser als bisher Veränderungen einzelner DNA-Bausteine im Erbgut vorgenommen werden, was im Züchtungsprozess Zeit und Kosten spart. Hinsichtlich der optimalen Nutzung des Genome Editing in der Nutzpflanzenzüchtung gibt es jedoch noch reichlich Forschungsbedarf. Auch wie genom-editierte Pflanzen von den Regulierungsbehörden eingestuft werden sollen, ist noch unklar.

Genscheren und Hilfsmethoden optimieren

Um Wissenslücken zu schließen und das Genome Editing als hochinnovative Technologie voranzutreiben, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eigens eine neue Fördermaßnahme zur Pflanzenforschung aufgelegt. Im Fokus der neuen Förderinitiative „Nutzpflanzen der Zukunft“ steht dabei die Optimierung vorhandener Systeme wie CRISPR-Cas. Gefragt sind etwa innovative Genscheren, die neue Funktionen aufweisen und sogar mehrere Gene parallel bearbeiten können. Im Fokus steht jedoch auch die Verbesserung Genome-Editing-unterstützender Verfahren. Um die Baupläne für die Genscheren in Pflanzenzellen zu schleusen, sind neuartige zellbiologische Transfertechniken gefragt. Die genom-editierten Zellen müssen in späteren Schritten dann auch so kultiviert werden, dass daraus eine ganze Pflanze wird. Auch für diese Gewebekulturverfahren sind verbesserte Ansätze nötig.

Förderung zukunfsweisender Ansätze

Im Rahmen der Förderrichtlinie unterstützt das BMBF vorwiegend Einzelprojekte, die auf die Entwicklung „technologisch-explorativer, zukunftsweisender Ansätze" zielen, „welche die molekulare Präzisionszüchtung von Nutzpflanzen mit Hilfe von optimierten bzw. neuartigen CRISPR/Cas-Systemen und anderen fortschrittlichen Genome Editing-Verfahren entscheidend verbessern bzw. beschleunigen“. Die Vorhaben werden über maximal 2 Jahre mit bis zu 500.000 Euro gefördert. Hochschulen und außerhochschulische Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen, vor allem aber kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind aufgerufen, ihre Ideen in Form von Projektskizzen bis zum 27. Juni 2017 beim Projektträger Jülich einzureichen (Ansprechpartner: Rainer Büschges). 

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