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21.08.2016

Mit Algen Abwässer reinigen

In der Kläranlage der Stadtwerke Rotenburg an der Fulda haben Algen bewiesen, dass sie auch Abwässer reinigen können.

n der Kläranlage Rotenburg haben die Projektpartner Alugestänge installiert, an denen die Beutel mit den Mikroalgen befestigt sind.
In der Kläranlage Rotenburg haben die Projektpartner Alugestänge installiert, an denen Beutel mit den Mikroalgen befestigt sind.
Quelle: 
THM

Algen haben viele Talente. Sie liefern nicht nur wichtige Inhaltsstoffe für Pharma- oder Kosmetikindustrie. Auch als alternative Quelle für den Flugtreibstoff Kerosin haben sich die grünen Winzlinge als tauglich erwiesen. Dass Algen auch Abwässer säubern können, stellten sie nun in einer Kläranlage von Rotenburg an der Fulda unter Beweis.

Die Reinigungsaktion fand im Rahmen des hessischen Pilotprojektes “Phosphor-Elimination durch Mikroalgen“ statt. Das Forschungsvorhaben wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie den Stadtwerken Rotenburg seit 2015 über zwei Jahre mit insgesamt 620.000 Euro gefördert. Unter der Leitung einer Arbeitsgruppe von Kompetenzzentrums für Energie- und Umweltsystemtechnik (ZEuUS) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) haben die Forscher gemeinsam mit der Phytolutions GmbH aus Bremen die Mikroalgen in einem sogenannten Photobioreaktor unter Einwirkung von Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid dafür wachsen lassen und auf ihren Einsatz bei den Stadtwerken in Rotenburg an der Fulda vorbereitet.

Nährstoffe aus Abwasser filtern

Das Ziel des Projektes: Mithilfe von Mikroalgen soll die Einleitung von Nährstoffen in die Fulda verringert, die Konzentration von Phosphor und Stickstoff im Ablaufwasser der Kläranlage gesenkt und die dabei entstehende Biomasse aus Algen für die Biogasgewinnung genutzt werden. Das heißt: Phosphate und Stickstoffe, die noch im Ablauf der Kläranlage enthalten sind, sollen von den Algen aufgenommen und durch Abtrennung der Biomasse daraus entfernt werden.

Positive Zwischenbilanz

Ein Jahr nach Projektstart ziehen die Forscher eine erste Bilanz. „Das Ziel ist absolut erreicht worden, die Alltagstauglichkeit damit bewiesen“, verkündet Projektleiter Ulf Theilen stolz. Demnach haben die Winzlinge offenbar alle Erwartungen der Fachleute erfüllt. In den Abwasserproben waren nach Passieren des Photobioreaktors Phosphate kaum noch nachzuweisen. Auch der Stickstoffgehalt soll erwartungsgemäß niedriger gewesen sein.

Chemikalien durch Algen einsparen

Die Projektverantwortliche der Rotenburger Stadtwerke sind zuversichtlich, dass sie mithilfe der Algen künftig auf Chemikalien – sogenannte Fällmittel- verzichten können, die bisher zur Phosphorelimination in der Kläranlage verwendet werden. Ob Algen-Anlage zur Abwasserreinigung auch im großem Maßstab erfolgversprechend und wirtschaftlich ist,  soll als Nächstes getestet werden. Mit Abschluss des Pilotprojektes 2017, so der Plan, soll ein Leitfaden zum Einsatz der neuen, algenbasierten Kläranlagen-Technologie vorliegen.

bb

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