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17.01.2019

Kunststofffolien recyceln

Partner aus Forschung und Industrie wollen in Bayern eine Demonstrationsanlage errichten, mit der erstmals auch Verpackungen aus Kunststoffverbünden recycelt werden können.

Verpackungen bestehen typischerweise aus Mehrschichtlaminatfolien, wodurch das Recycling zu hochwertigen und reinen Polymeren bislang nicht möglich war.
Verpackungen bestehen typischerweise aus Mehrschichtlaminatfolien, wodurch das Recycling zu hochwertigen und reinen Polymeren bislang nicht möglich war.
Quelle: 
Fraunhofer IVV

Joghurtbecher oder Plastikflaschen zu recyceln ist heutzutage problemlos möglich. Sie bestehen meist aus einem Polymer wie Polyethylenterephthalat -kurz PET-, das zu Granulat verarbeitet und wiederverwendet werden kann. Viele Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff bestehen jedoch aus Mehrschichtlaminatfolien. Diese Verbundstoffe setzen sich aus verschiedenen Polymeren wie PET und Polypropylen (PP) sowie Aluminiumlagen zusammen und sorgen beispielsweise dafür, dass Lebensmittel vor Licht oder Sauerstoff geschützt sind. Beim Recycling müssten diese Materialschichten jedoch getrennt werden. Was bisher technisch nicht möglich war, wollen Partner aus Forschung und Industrie in Bayern nun realisieren.

Kunststoffverbünde sauber trennen

Im Rahmen des Projektes „Circular Packaging“ soll bis 2021 eine Demonstrationsanlage entstehen, die solche Verpackungsabfälle schonend verwertet, so dass daraus neue hochwertige Packstoffe entstehen können. Die Grundlage hierfür liefern Forscher vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising mit dem CreaSolv-Verfahren. Mithilfe der mittlerweile patentierten Technologie können nicht nur hochwertige und hochreine Kunststoffe in Neuwarenqualität gewonnen werden. Auch Geruchs- und Störstoffe werden beseitigt. Die Entwicklung des lösemittelbasierten CreaSolv-Prozesses wurde mit rund 3,2 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA)“ unterstützt.

Demo-Anlage bis 2021 fertig 

Derzeit steht die Technologie nur im Pilotanlagenmaßstab zur Verfügung. Nun soll sich das Verfahren auch im industriellen Maßstab bewähren. In Zusammenarbeit mit den Fraunhofer-Forschern und weiteren Industriepartnern wird unter der Leitung der Lober GmbH & Co. Abfallentsorgungs KG in Neunburg vorm Wald eine Demonstrationsanlage mit der CreaSolv-Technologie entstehen. Das Ziel: Ab 2021 soll hier täglich bis zu einer LKW-Ladung Verpackungsabfälle verarbeitet werden. Darüber hinaus will die Lober GmbH als Betreiber der Anlage künftig auch andere Verbundstoffabfälle aufbereiten, so dass aus den polymeren Werkstoffen neue Produkte entstehen können. Die Verfahrenstechniker vom Fraunhofer-IVV werden den Bau der Demonstrationsanlage begleiten. 

bb

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