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15.08.2016

Frisches Kapital für Holzgas-Grills

Mit Gartenresten Grillen und Holzkohle erzeugen: Ein deutsches Start-up hat erfolgreich per Crowdfunding Geld für seinen Holzgas-Grill eingesammelt.

Verteilung der Glow-Herde in Tanzania
Quelle: 
Glow

Auch in deutschen Gärten könnten Gartenreste bald zum Grillen verwendet werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde auf der Crowdfunding-Plattform Startnext will das Start-up GloW efficiency off-grid GmbH den ursprünglich für den Einsatz in Entwicklungsländern entwickelten Mikroholzvergaser GloW yaMbao auf dem heimischen Grillmarkt anbieten. Der Freiluftherd kann mit Gartenresten wie  Strauchschnitt angeheizt und somit auch zur Abfallbeseitigung verwendet werden.

Kochen über dem offenen Feuer wird hierzulande als Aberteuer beim Zelten zelebriert. In Ländern wie  Asien, Afrika und Südamerika sind offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen vielerorts Alltag. Lange wurden die gesundheitlichen Gefahren durch das Einatmen von verbranntem Holz missachtet. Inzwischen gibt es erste Studien die einen Zusammenhang belegen. Nach Schätzungen der WHO sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen von Holzrauch, die Hälfte davon Kinder unter fünf Jahren.

Biogasherd nutzt Gartenabfälle

Mit GloW yaMbao hat das niedersächsische Start-up GloW efficiency off-grid GmbH vor zwei Jahren einen alternativen Kochherd entwickelt, der grobe, trockene Biomasse wie Holz, Pellets, Strauchschnitt effektiv nutzt, ohne Menschen in der Umgebung der Kochstelle zu schädigen. Über die Crowdfundingplattform Startnext konnte das Start-up 2014 Geld einsammeln und die Entwicklung des alternativen Herds vorantreiben. Bei GloW yaMbao handelt es sich um einen sogenannter Mikroholzvergaser, der grobe, getrocknete Biomasse wie Holz oder Pellets zum Kochen nutzt.

Neuer Grill für heimische Gärten

Der ursprünglich für Entwicklungsländer konstruierte Herd wird inzwischen in 15 Ländern weltweit „getestet, ausprobiert, genutzt und geliebt!“, wie die Entwickler berichten. Das Konzept des sauberen Kochens hat offenbar auch hierzulande Garten- und Grillfreunde überzeugt. Nun soll der Energiesparherd von Glow, der erweitert um eine abnehmbare Grillplatte, auch den heimischen Markt erobern. Dafür hat sich das Jungunternehmen über eine neue Crowdfunding-Runde über die Plattform Startnext Kapital gesichert. Innerhalb von zwei Monaten konnte Glow 82 Klein-Investoren überzeugen und so rund 8.200 Euro einsammeln. Mit dem Geld soll vor allem der Vertrieb in Deutschland vorangebracht werden.

Holzgas erzeugt Holzkohle zum Düngen

Mit dem neuen Biogasofen haben die Jungunternehmen nicht nur einen neuen Grill entwickelt. Das Gerät besteht neben einem Herd aus einem speziellen Aufsatz, in dem Biomasse wie Astholz bei hoher Temperatur vergast wird. Dabei treten Wasserdampf und Sauerstoff aus und teile der Biomasse werden zu Gas verwandelt. So entsteht im oberen Teil eine konstant brennende Gasflamme, die wenig Energie verbraucht und innerhalb von fünf Minuten die erforderliche Koch- oder Grilltemperatur erreicht. Daneben erzeugt das brennbare Holzgas Holzkohle, die im unteren Teil erhalten bleibt, wiederverwendet oder später als Dünger für Gartenböden genutzt werden kann. Fazit:  Glow-Herd ist mehr als nur ein neuer Gartengrill. Er kann auch zur Abfallbeseitigung von Strauch- oder Baumschnitt im Garten genutzt und so eine saubere, gesunde und effektive Alternative zu umstrittenen Holzkohlsorten wie aus Tropenholz.

bb

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