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27.03.2017

Der Bio-Milch-Nachweis

Dresdner Lebensmittelchemiker haben ein Verfahren entwickelt, das erkennt, ob „Bio-Milch“ tatsächlich von Kühen aus ökologischer Haltung stammt.

 

Kühe auf der Weide
Ein neuer Milch-Test verrät, ob Gras oder Kraftfutter auf dem Speiseplan der Kühe stand.
Quelle: 
Andreas Hermsdorf/ Pixelio

Die meisten Bio-Produkte sind an entsprechenden Siegeln zu erkennen. Mit dem EU-Bio-Logo, einem stilisierten Blatt auf grünem Grund und dem deutschen Bio-Siegel als weiß-grünes Sechseck, weiß der Verbraucher, dass bei der Herstellung von Gemüse, Fleisch oder Milchprodukten gewisse Mindeststandards der Ökolandwirtscht bei Anbau und Tierhaltung eingehalten wurden. Verbraucherschützer warnen jedoch immer wieder vor dem Missbrauch der Bezeichnungen Bio und Öko, die Kunden auch in die Irre führen können.

Von der Milch auf das Futter schließen

Fest steht: Ein Nachweis, ob Lebensmittel tatsächlich aus ökologischer Landwirtschaft stammen, ist nicht immer leicht. In punkto „Bio-Milch“ haben Forscher eine Lösung parat. Lebensmittelchemiker der Technischen Universität Dresden entwickelten ein Analyseverfahren, das zwischen Milch aus konventioneller und ökologischer Erzeugung klar unterscheidet - und zwar anhand des Speiseplans der Kühe. Sie berichteten im "Journal of Agriculture and Food Chemistry" über ihre Methode.

Glykierungsprodukte weisen auf Kraftfutter hin

Während Milchkühe von Bio-Bauern mit Gras oder Silage gefüttert werden, bevorzugt die konventionelle Tierhaltung in der Regel Kraftfutter. Dieses Kraftfutter lässt sich in der Milch anhand sogenannter Glykierungsprodukte nachweisen. Denn diese Verbindungen, Reaktionen von Zucker mit Proteinen, entstehen bei der Herstellung des Kraftfutters durch Erhitzen als Produkte einer Maillard-Reaktion. Mithilfe der Dresdner Analysemethode per Massenspektrometrie lassen sich  Spuren des erhitzten Futters in der Milch klar erkennen und die Frage nach der Form der Kuh-Kost klar beantworten.

Test zum Patent angemeldet

Den neuartigen Bio-Milch-Test haben die Dresdner Forscher bereits zum Patent angemeldet. Ende März werden Sie die Analysemethode auf der Regionalverbandstagung der Lebensmittelchemischen Gesellschaft in Halle vorstellen.

bb

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