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16.03.2016

Biokunststoff-Allianz: BASF und Avantium setzen auf PEF

Für die Herstellung eines biobasierten Polymerbausteins plant die BASF ein Joint-Venture mit dem niederländischen Chemieunternehmen Avantium. Dafür soll in Antwerpen eine Referenzanlage zur industriellen Produktion gebaut werden.

Am zweitgrößten Standort von BASF in Antwerpen (Belgien) soll die neue FDCA-Produktionsanlage entstehen. Hier soll ein biobasierter Baustein für die Kunststoffchemie erzeugt werden.
Am zweitgrößten Standort von BASF in Antwerpen (Belgien) soll die neue FDCA-Produktionsanlage entstehen. Hier soll ein biobasierte

Statt auf PET-Verpackungen mit hohem Erdölanteil setzen Getränke- und Lebensmittelhersteller zunehmend auf Kunststoffe, die aus biobasierten Bausteinen aufgebaut sind. Eine vielversprechende Alternative zu PET ist der biobasierte Kunststoff namens Polyethylenfuranat (PEF), dessen chemische Bausteine aus pflanzlichem Zucker hergestellt werden. Der Chemiekonzern BASF will nun „den Kunststoff der nächsten Generation“ im industriellen Maßstab produzieren und vermarkten. Dafür wollen die Ludwigshafener mit dem niederländischem Chemieunternehmen Avantium ein Joint Venture gründen, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Presseerklärung verkündet haben. Eine Referenzanlage soll am zweitgrößten Verbundstandort der BASF im belgischen Antwerpen entstehen.

Biobasierte Kunststoffe sind das Zukunftsthema der Verpackungsindustrie. Darüber sind sich Experten der Branche einig. Denn immer mehr Getränke- und Lebensmittelhersteller setzen auf Verpackungen, deren Herstellung und Entsorgung  umweltfreundlich ist. Bei Coca-Cola oder VIO werden die Getränke seit Längerem in der sogenannten „PlantBottle“ angeboten. Die Plastikflasche besteht zu 30 Prozent aus biobasierten Bausteinen, die aus pflanzlichen Zuckern gewonnen werden. Für die Herstellung der „Plant Bottle“ hatte sich Coca-Cola einst der Entwicklungsplattform von Avantium bedient. Avantium ist ein Spin-off der Royal Dutch Shell, das im Jahr 2000 gegründet wurde. 

Stärken und Know-how bündeln

Ziel des nun geplanten Gemeinschaftsunternehmens ist die Herstellung und Vermarktung des PEF-Bausteins Furandicarbonsäure (FDCA) sowie die Vermarktung des damit hergestellten Polymers Polyethylenfuranoat (PEF). Avantium hat mittels der sogenannten YXY-Prozesstechnologie ein chemischen Verfahren entwickelt, mit dem sich aus pflanzlichen Zuckern das FDCA herstellen lässt.  „Mit dem beabsichtigten Gemeinschaftsunternehmen wollen wir die spezifische Produktionstechnologie und das Anwendungs-Know-how für FDCA und PEF von Avantium mit den Stärken von BASF kombinieren“, sagte Stefan Blank, Leiter des BASF-Unternehmensbereichs Intermediates.

„Zum Tragen kommt dabei vor allem unsere Expertise in Bezug auf Marktentwicklung und großtechnische Produktion als etabliertes und verlässliches Chemieunternehmen im Geschäft mit Zwischenprodukten und Polymeren“, so Blank weiter.

Weltmarktführer für PEF-Produktion

Im Rahmen des Joint Venture soll auch das  YXY Verfahren zur FDCA-Herstellung weiterentwickelt werden. Außerdem ist der Bau einer Referenzanlage zur FDCA-Produktion mit einer jährlichen Kapazität von 50.000 Tonnen am zweitgrößten BASF-Verbundstandort in Antwerpen geplant. „Mit BASF planen wir den Beginn der Produktion von FDCA sowie der Vermarktung von FDCA und PEF, um diese interessanten, biobasierten Produkte erstmals kommerziell anzubieten und um den Markt dafür zu seinem vollen Potenzial zu bringen“, so Tom van Aken, Vorstandsvorsitzender von Avantium. Das Ziel des geplanten Gemeinschaftsunternehmens ist ambitioniert: Mit dem neuen Bündnis wollen sie zum weltweiten Marktführer auf dem Gebiet der FDCA- und PEF-Produktion und deren Technologie werden.

PEF-Eigenschaften übertreffen PET

Im Vergleich zu konventionellen Kunststoffen wie PET hat PEF gleich mehrere Vorteile: zum einen weist der Biokunststoff eine verbesserte Dichtigkeit gegen Kohlendioxid und Sauerstoff aus, so dass darin enthaltene Produkte länger haltbar sind. Aufgrund seiner höheren mechanischen Belastbarkeit lassen sich aus PEF zudem auch dünnwandigere Verpackungen herstellen, was wiederum Verpackungsgewicht und -menge  reduziert. Der „Kunststoff der neuen Generation“ ist daher für Lebensmittelverpackungen, wie Folien und Kunststoffflaschen besonders geeignet. Außerdem ist das Material  wiederverwertbar.

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