Bremen

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Der zwei-Städte-Staat Bremen setzt sich aus Bremen und Bremerhaven zusammen. Die wichtigsten Branchen im Land Bremen sind Luft- und Raumfahrt, maritime Wirtschaft und Logistik, Automotive und Windenergie. Auch viele bekannte Marken der Lebens- und Genussmittelbranche stammen aus Bremen. Das Spektrum der Produktsorten ist breit, die Produkte selbst biobasiert. Um den Standort weiter auszubauen, investiert die Lebens- und Genussmittelbranche jährlich mehrere Millionen Euro. Weitere bioökonomische Aktivitäten stammen vor allem aus den Bereichen der Biotechnologie und Nutzung mariner Ressourcen. Die landeseigene Förderung konzentriert sich auf anwendungsbezogene Umwelttechnik und –forschung, regenerative Energien und Energieeffizienz.

Politische Grundlagen

Im Leitbild der Stadtentwicklung 2020 „Bremen! Lebenswert, urban, vernetzt“ wurde 2009 als erster Maßstab der Stadtentwicklung „Nachhaltigkeit“ formuliert. Bis zum Jahr 2020 soll so mindestens die Hälfte der Haushalte mit in Bremen regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden. Bremerhaven als bedeutender Standort der Klima- und Windenergieforschung strebt seit 2010 den Titel „Klimastadt“ an. Die Greenports-Strategie sieht eine CO2 neutrale Hafeninfrastruktur in den bremischen Häfen bis 2024 vor. Seit den 90er Jahren gibt es Förderprogramme, die bioökonomische Themenfelder abdecken: Sie zielen auf anwendungsnahe Umwelttechniken (PFAU) und die angewandte Umweltforschung (AUF). Eine explizit auf Bioökonomie ausgerichtete Förderung gibt es derzeit nicht.

 

Forschungslandschaft

Die Bioökonomie-Forschung in Bremen umfasst vor allem die Bereiche marine Biotechnologie, Umweltverfahrenstechnik, „Nahrung“ und „Gesundheit“. Forschungsstandorte sind die Universität Bremen, die Jacobs University, die Hochschulen in Bremen und Bremerhaven sowie zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Kompetenzzentren und Cluster.

Im Alfred-Wegener-Institut, dem Max-Planck Institut für Marine Mikrobiologie, dem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung aber auch im Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven werden verschiedene auf Mikroorganismen basierende Biotechnologien im Bereich Aquakultur, Abwassermanagement des Naturtourismus in den Tropen und verschiedene andere nachhaltigkeitsrelevante Wirtschaftsthemen erforscht.

Die Hochschule Bremerhaven, die Universität Bremen und die Hochschule Bremen (HSB) forschen zur Nutzung biologischer Ressourcen. Faserverbundwerkstoffe aus Naturfasern und viele andere biotechnologischen Fragen behandeln das Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologie (UFT) und das Institut für Umweltverfahrenstechnik (IUV) an der Universität. An verschiedenen agroindustriellen Lösungen wird im renommierten Zentrum für biomolekulare Interaktionen CBIB gearbeitet (siehe hierzu: Catchy: Das Geheimnis der Zwischenfrüchte). Am Bionik-Innovations-Centrums (B-I-C) der HSB wird beispielsweise die verbesserte Nutzung von Pflanzenfasern und Biopolymeren erforscht und in der Bioverfahrenstechnik wird an der Optimierung von Mikroalgenstämmen für industrielle Prozesse gearbeitet.

Im Land Bremen gibt es mehrere Gründungs- und Start-up-Zentren mit Bezug zur Bioökonomie: Im Biotechnologiezentrum Bio Nord beispielsweise sind  einige Start-ups der Lebenswissenschaften ansässig. Der Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von Stoffen marinen Ursprungs, beispielsweise für die Herstellung von Nahrungsmitteln, kosmetischen oder medizinischen Produkten. Durch die Konzentration der Unternehmen und der Forschung an einem Standort wurde ein Kompetenznetzwerk geschaffen, das den Wissenstransfer und die Entwicklung innerhalb gemeinsamer Projekte beschleunigt. Auch das Bremer Innovations- und Technologiezentrum BITZ unterstützt Biotech-Start-ups und junge Unternehmen der Lebensmittel- und Umwelttechnologie auf dem Weg in die Selbständigkeit.

Mit der Initiative „Green Economy“ setzt die Bremerhavener Wirtschaftsförderung den Fokus auf nachhaltige Wirtschaft im nachhaltig gebauten und organisierten Gewerbegebiet „Lune Delta“. Unter Berücksichtigung des sensiblen Umgangs mit Natur und Landschaft soll sich ein Gewerbegebiet entwickeln, das wegweisend ressourcensparend sein wird. „Grüne“ Komponenten werden im Bebauungsplan festgeschrieben, wie z. B. eine extensive Begrünung der Gebäudedächer, Photovoltaikanlagen, Minimierung der Lichtemissionen, Brauchwassernutzung, Abfallvermeidung, ganzheitliche Reststoffverwertung u.v.a.m. Ein zentraler Bestandteil ist der Einsatz von erneuerbaren Energien. Für die nachhaltige Erschließungsplanung des Gewerbegebiets Lune Delta wurde die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven 2019 durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Vorzertifikat in Platin ausgezeichnet.