Folge 30 – Express – Vom Feld in die Flasche: Pflanzliche Milchalternativen
Pflanzliche Milchalternativen werden von immer mehr Menschen gewählt – sei es wegen ihres Geschmacks, einer besseren Verträglichkeit oder aus Gründen des Tierwohls. Und wie sieht es mit ihrer Nachhaltigkeit aus: Wie unterscheiden sich Pflanzendrinks und Kuhmilch in ihrer Umweltwirkung? Wie werden Hafer-, Soja-, Mandeldrink und Co hergestellt? Und wo liegen die Unterschiede zwischen den einzelnen pflanzlichen Varianten? Das schauen wir uns in dieser Express-Folge an.
Konzept und Umsetzung: Katja Wehling
Video Transkript
Vom Feld in die Flasche: Pflanzliche Milchalternativen
Immer mehr Menschen greifen zu pflanzlichen Milchalternativen – wegen des Geschmacks, der besseren Verträglichkeit, aus Gründen des Tierwohls oder aufgrund ihrer Nachhaltigkeit.
Schauen wir uns das einmal genauer an. Zu den bekanntesten Sorten gehören Hafer-, Soja-, Mandel- und Reisdrink. Daneben gewinnen Erbsen-, Cashew-, Haselnuss-, Dinkel-, Hanf- und Lupinendrinks an Bedeutung. Der große Vorteil gegenüber Milch von Kühen und Co: Pflanzen werden direkt verarbeitet und nicht erst als Futtermittel angebaut. Den energieaufwändigen Umweg übers Tier gibt es also nicht. Die Herstellung der meisten Pflanzendrinks verläuft ähnlich: Die Rohstoffe werden gemahlen, mit Wasser vermischt, erhitzt und gefiltert. Einige Sorten werden zu Beginn zudem eingeweicht oder geröstet. Varianten aus stärkehaltigen Pflanzen wie Hafer oder Reis werden zusätzlich enzymatisch behandelt, um die Stärke in Zucker umzuwandeln – das macht den Drink süßer und cremiger. In der industriellen Produktion kommen oft weitere Schritte wie Extraktion, Zentrifugation, Homogenisierung oder Pasteurisierung hinzu, um möglichst viele Nährstoffe herauszubekommen, Festes und Flüssiges noch effizienter zu trennen, die Konsistenz stabil und den Drink haltbar zu machen. Zum Teil werden Vitamine oder Mineralstoffe ergänzt, um den Nährwert zu verbessern. Anfallende Reststoffe werden – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft – zunehmend weiterverwertet, etwa als Backzutat oder Tierfutter. Insgesamt unterscheidet sich die Umweltbilanz je nach Sorte: Hafer- und Erbsendrinks schneiden besonders gut ab – Hafer wächst regional, benötigt wenig Wasser und verursacht nur geringe CO₂-Emissionen, Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an und brauchen kaum Dünger. Auch Sojamilch kann nachhaltig sein, vor allem aus europäischem Anbau. Mandeldrinks schneiden dagegen wegen ihres hohen Wasserbedarfs schlechter ab. Und Reismilch verursacht durch überflutete Felder Methanemissionen. Unterm Strich aber schneiden alle Pflanzendrinks besser ab als Kuhmilch. Denn Treibhausgase, Wasser- und Landverbrauch fallen deutlich geringer aus, wenn der Drink ohne Umweg übers Tier direkt vom Feld ins Glas kommt.