Ein Reallabor für die textile Produktion der Zukunft

Ein Reallabor für die textile Produktion der Zukunft

Mit der Textilfabrik 7.0 entsteht in Mönchengladbach neuer Innovationsstandort für nachhaltige Textilproduktion. Biobasierte Materialien, digitale Technologien und effiziente Prozesse werden dort praxisnah erprobt.

Illustration Textilfabrik 7.0
Die Vision Textilfabrik 7.0 zeigt, wie ein vernetzter, emissionsarmer Industriepark die textile Produktion der Zukunft gestalten kann.

Was bislang oft als Zukunftsvision diskutiert wurde, bekommt nun einen konkreten Ort: In Mönchengladbach entsteht mit der „Textilfabrik 7.0“ ein Technologie- und Entwicklungszentrum, das zeigt, wie Bioökonomie, Digitalisierung und industrielle Fertigung zusammenfinden können. Mit dem nun vorliegenden Förderbescheid startet ein Projekt, das textile Produktion neu denkt – als vernetzten, lernenden und ressourcenschonenden Industriepark.

Initiiert vom Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen und getragen von einem starken regionalen Netzwerk aus Forschung, Industrieverbänden, Textilakademie und Wirtschaftsförderung, verfolgt die Textilfabrik 7.0 einen ganzheitlichen Ansatz. Statt isolierter Technologien entsteht ein realer Produktionsraum, in dem Innovationen unter praxisnahen Bedingungen entwickelt, getestet und skaliert werden.

Biobasierte Materialien und digitale Prozesse unter einem Dach

Im Zentrum der Textilfabrik 7.0 steht die Übertragung bioökonomischer Ansätze in industrielle Realität. Biobasierte Rohstoffe, biotechnologische Veredelungsverfahren und kreislauffähige Materialkonzepte werden direkt mit KI-gestützter Prozesssteuerung, Robotik und energieeffizienter Fertigung kombiniert. Bioökonomie fungiert dabei nicht als Zusatz, sondern als strukturgebendes Prinzip moderner Textilproduktion.

Das geplante Textil-Reallabor schafft die Voraussetzung, neue Produktionslogiken zu erproben: von On-Demand-Fertigung über modulare MicroFactories bis hin zu digitalen Textilien mit erweiterten Funktionen. Forschung und Industrie arbeiten dabei eng verzahnt mit dem Ziel, Entwicklungszeiten zu verkürzen und nachhaltige Innovationen schneller marktfähig zu machen.

Vom Strukturwandel zur Modellregion für textile Bioökonomie

Über die technologische Innovation hinaus adressiert die Textilfabrik 7.0 den tiefgreifenden Strukturwandel der Textilindustrie. Für den Standort Mönchengladbach bedeutet das Projekt neue Arbeitsplätze, eine höhere Sichtbarkeit als Innovationsregion und eine langfristige Stärkung der regionalen Wertschöpfung. Unternehmen profitieren von einem niedrigschwelligen Zugang zu moderner Infrastruktur, Expertise und interdisziplinären Netzwerken.

Gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Beim Kick-off am 19. März 2026 kommen Industrieakteure zusammen, um die thematischen Schwerpunkte der Textilfabrik 7.0 weiter zu schärfen. Damit positioniert sich Mönchengladbach als Modellregion, in der Bioökonomie, Hightech und industrielle Praxis zusammenfinden und die textile Produktion der Zukunft konkret Gestalt annimmt.

hb