Malaysia präsentiert neue Rekordzahlen in der Bioökonomie

Malaysia präsentiert neue Rekordzahlen in der Bioökonomie

Die Malaysian Bioeconomy Development Corporation verzeichnet in den letzten 20 Jahren einen Beitrag von rund 8,5 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung des Landes und hat tausende neue Arbeitsplätze geschaffen. Nun treibt sie mithilfe von KI und Biotechnologie die Entwicklung biobasierter Produkte weiter voran.

Palmöl Malaysia Symbolbild
Mit Malaysia wird oft Palmöl verbunden, doch die dortige Bioökonomie geht mittlerweile weit darüber hinaus. Die Malaysian Bioeconomy Development Corporation treibt Innovationen und biobasierte Produkte voran und stärkt so Wirtschaft und Arbeitsplätze.

Malaysia setzt seit Jahren verstärkt auf die Bioökonomie. Wesentliche Treiberin ist die staatliche Malaysian Bioeconomy Development Corporation. Nach eigenen Angaben hat sie in den vergangenen 20 Jahren rund 39,9 Milliarden RM, das entspricht etwa 8,5 Milliarden Euro, zum Bruttoinlandprodukt beigetragen. Ihre Aufgabe: Unternehmen dabei zu unterstützen, aus biologischen Rohstoffen, moderner Biotechnologie und digitalen Lösungen neue Produkte, Arbeitsplätze und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Langfristiges Ziel der Regierung ist es, Malaysia bis 2030 als innovatives Hightech-Land für Biotechnologie und Bioökonomie zu positionieren.

Bioökonomie als Wachstumstreiber in Malaysia

Über ihre Förderprogramme BioNexus Status und den Bio-based Accelerator hat die Organisation bisher fast 650 Unternehmen begleitet. Gemeinsam haben diese Firmen Investitionen von mehr als 14,6 Milliarden RM (ca. 3,1 Mrd. Euro) ausgelöst und über 16.600 Arbeitsplätze geschaffen. Besonders stark war das Wachstum im Jahr 2025: Der erfasste Investitions- und Geschäftswert stieg um rund 60 Prozent auf mehr als 2,44 Milliarden RM (ca. 518 Mio. Euro). Die Bioökonomie entwickelt sich damit zu einem wichtigen Standbein für Malaysias Wirtschaft, von Landwirtschaft und Ernährung über Gesundheitswirtschaft bis hin zu biobasierter Industrie.

Kreislaufwirtschaft, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz als Zukunftsfelder

Für die kommenden Jahre setzt Malaysia auf besonders zukunftsorientierte Bereiche wie neue Proteinquellen, nachhaltige Materialien, biobasierte Chemikalien, moderne Medizin und präzise Diagnostik. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nutzung von Biomasse und landwirtschaftlichen Reststoffen, etwa aus der Palmölproduktion, um Abfälle in neue Produkte zu verwandeln und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. 

Gleichzeitig wird stark in Ausbildung, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz investiert, um Unternehmen schneller wachsen zu lassen und Fachkräfte für die Branche zu gewinnen. Programme zur Qualifizierung und Arbeitsvermittlung sorgen dafür, dass Talente gute Einstiegschancen in der Bioökonomie haben. Mit dem ersten malaysischen Biotechnologie-„Einhorn“,also einem Start-up mit einer Unternehmensbewertung von über einer Milliarde US-Dollar, und mehreren Börsengängen auf internationalen Märkten zeigt das Land zudem, dass seine Bioökonomie zunehmend auch auf der globalen Bühne sichtbar wird.

Strategische Bedeutung für Europas Bioökonomie und Lieferketten

Für Deutschland und Europa bedeutet Malaysias wachsende Bioökonomie neue Chancen für Kooperationen, Märkte und Lieferketten. Europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen können von Partnerschaften in Bereichen wie Biotechnologie, nachhaltige Materialien und alternative Proteine profitieren und den Zugang zum südostasiatischen Wachstumsmarkt stärken. Gleichzeitig erhöht Malaysias Aufstieg den internationalen Wettbewerbsdruck, was Europas Rolle als Innovations- und Technologietreiber weiter herausfordert.

hb