Neue Geotextilien mit steuerbarer Bioabbaubarkeit

Neue Geotextilien mit steuerbarer Bioabbaubarkeit

Fraunhofer-Forschende schaffen einen wichtigen Schritt für eine nachhaltige Kunststoffwirtschaft: Sie entwickeln Geotextilien aus biobasierten Polymeren, deren Abbau sich gezielt steuern lässt. 

Fraunhofer erforscht nachhaltige Geotextilien
Fraunhofer-Forschende entwickeln biobasierte, bioabbaubare Geokunststoffe – hier beispielhaft gezeigt für die Stabilisierung von Uferböschungen im Landschaftsbau.

Geotextilien sind flächige, meist wasserdurchlässige Materialien, die im Bauwesen eingesetzt werden, etwa zur Stabilisierung von Hängen, Böschungen oder temporären Baustraßen. Bisher hatten Biopolymere wie Polylactid (PLA) oder Polybutylensuccinat (PBS) oft den Nachteil, dass sie für solche technisch anspruchsvolle Anwendungen nicht stabil genug waren. Im Rahmen des Projekts Zirk-Tex, an dem sechs Fraunhofer-Institute des Clusters of Excellence Circular Plastics Economy (CCPE) beteiligt sind, soll sich das ändern. 

Dem Team ist es nun gelungen, Fasern aus PLA und PBS zu erzeugen, die während der Nutzung stabil bleiben und sich anschließend schnell und vollständig abbauen. Die Materialien sind dabei für kurzfristige Anwendung von weniger als zehn Jahre konzipiert und müssen sich daher schnell abbauen. Dies wird durch maßgeschneiderte Additive ermöglicht, die den Zeitpunkt und Verlauf des Abbaus gezielt steuern, ohne die Materialeigenschaften vor dem Abbau zu beeinträchtigen.

Die Forschenden überprüften die Praxistauglichkeit, indem sie Fasern verschiedener PLA- und PBS-Typen 25 Wochen in feuchter Erde bei 40 °C und hoher Luftfeuchtigkeit lagerten. Dabei zeigte sich, dass beide Fasern zuverlässig mit kontrolliertem Abbauverhalten hergestellt werden können. Zusätzlich bestätigten Ökotoxizitätstests, dass von den Materialien keine schädlichen Umweltwirkungen ausgehen.

Diese Entwicklung eröffnet neue Möglichkeiten für den Landschaftsbau und temporäre Baumaßnahmen. Biobasierte, bioabbaubare Geotextilien könnten künftig helfen, Kunststoffabfälle zu reduzieren und die Nutzung von fossilen Rohstoffen zu verringern. Das CCPE plant nun, gemeinsam mit Industriepartnern, diesen Ansatz weiterzuverfolgen und praxisnah umzusetzen – ein konkreter Schritt hin zu einer biobasierten und nachhaltigeren Kunststoffwirtschaft.

hb