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17.11.2016

Proteinreiche Kost senkt Leberfette

Wenn sich Diabetiker besonders eiweißreich ernähren, etwa mit Erbsenproteinen, wirkt sich das positiv auf die Leberfette aus. Das haben Potsdamer Forscher in der LeguAN-Studie ermittelt.

Linsen sind Hülsenfrüchte und enthalten sehr viel Eiweiß
Linsen sind Hülsenfrüchte und enthalten sehr viel Eiweiß.
Quelle: 
DIfE

Altersdiabetes, auch als Typ-2-Diabetes genannt, zählt weltweit zu den größten Volkskrankheiten. Neben Übergewicht, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung, ist die nichtalkoholische chronische Fettlebererkrankung ein Treiber der Krankheit. Wie hohe Fettleberwerte innerhalb weniger Wochen zum Schmelzen gebracht werden können, zeigt eine aktuelle Studie vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD). Wie die Forscher im Fachjournal „Gastroenterology“ berichten, gelang es ihnen mit eiweißreicher Kost die Leberfettwerte von Patienten mit Typ-2-Diabetes innerhalb von nur sechs Wochen um bis zu 48 Prozent zu senken.

Nudeln und Brot mit Erbsenproteinen

Bei der Ernährungsstudie wurden der Effekt von zwei verschiedenen Eiweißdiäten auf den Stoffwechsel bei insgesamt 37 Frauen und Männer im Alter von 49 bis 78 Jahren untersucht. So bekam die eine Gruppe speziell gefertigte Nudeln und Brot zu essen, die mit pflanzlichen Eiweißen aus Hülsenfrüchten wie Erbsenproteinen angereichert war. In der Vergleichsgruppe wurde dagegen ausschließlich tierische Eiweißkost in Form magerer Milchprodukte sowie weißem Fleisch und Fisch serviert. In beiden Diäten trug der jeweilige Eiweißanteil zu 30 Prozent zur Energiezufuhr bei. Der Anteil der Kohlenhydrataufnahme lag bei 40 und jener der Fettzufuhr bei 30 Prozent der Energiezufuhr.

Positiver Effekt auf Stoffwechsel beobachtet

Das Ergebnis: Ganz gleich welche Kost die Studienteilnehmer erhielten, der Effekt auf den Stoffwechsel war bei allen positiv. „Das Leberfett nahm deutlich ab, bei der Hälfte der Studienteilnehmer sogar um mehr als 50 Prozent. Damit verbunden beobachteten wir günstige Veränderungen des Leber- und Fettstoffwechsels, eine verbesserte Insulinempfindlichkeit der Teilnehmer und zudem eine deutliche Abnahme des Botenstoffs "fibroblast growth factor 21" im Blut“, so Olga Pivovarova, die neben Mariya Markova federführend zur aktuellen Studie beigetragen hat. Welche Funktion der Botenstoff bei der Senkung der Leberfettwerte spielt, ist noch nicht geklärt und soll in weiteren Studien untersucht werden. Die Forscher vermuten allerdings, dass das Hormon, dass von Leber und Muskulatur ans Blut abgegeben wird, verschiedene Organe und auch das Fettgewebe beeinflusst und von der Menge der wichtigsten Nährstoffe, Fett, Kohlenhydrate und Eiweiße, abhängt.

Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob der positive Effekt eiweißreicher Kost auch bei jüngeren Patienten mit Typ-2-Diabetes anschlägt. „Denn die von uns in der Studie beobachteten günstigen Effekte könnten auch altersabhängig sein, da die Studienteilnehmer im Schnitt das 60. Lebensjahr überschritten hatten. Sofern keine Nierenerkrankungen vorliegen, spielt eine ausreichende Eiweißversorgung besonders in dieser Altersgruppe eine wichtige Rolle, wenn man zum Beispiel an die mit dem Alter oft einhergehende Abnahme der Muskelmasse denkt“, erklärt Studienleiter Andreas Pfeiffer vom DIfE.

Forscher empfehlen Hülsenfrüche als Eiweißspender

Auch wenn noch nicht Fragen beantwortet sind: Aus gesundheitlichen und "umweltrelevanten" Gründen raten die Ernährungsforscher, den täglichen Eiweißbedarf mit pflanzlichen Proteinquellen zu decken wie Erbsen, Linsen und Bohnen sowie Mandeln und Nüssen. Vor allem Hülsenfrüchte sind genauso eiweißreich wie etwa mageres Fleisch, Eier oder fettarme Milchprodukte. Die Produktion von tierischem Eiweiß ist jedoch teuer und belastet die Umwelt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, täglich 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aufzunehmen.  

bb

 

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