Selenreicher Apfel aus dem Alten Land

Selenreicher Apfel aus dem Alten Land

Mit dem „Selstar“ haben Forschende der Hochschule Osnabrück eine Apfel-Innovation mit hohem Selen-Gehalt entwickelt. Das Obst könnte womöglich Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

Der Selstar wir im Alten Land angebaut
Der Selstar wird im traditionsreichen Obstanbaugebiet, im Alten Land, angebaut.

Ob Jonagold, Boskop oder Elstar: Äpfel sind das Lieblingsobst der Deutschen. Fast 2.000 verschiedene Sorten gibt es hierzulande. Die Frucht hat wenig Kalorien, aber viele gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Forschende der Hochschule Osnabrück haben einen Apfel entwickelt, der um einen gesundheitsförderlichen Inhaltsstoff reicher ist und zudem das Immunsystem stärken soll. Die Innovation: Die neue Frucht namens Selstar punktet mit einem besonders hohen Selen-Gehalt. Im Vergleich zu anderen Äpfeln enthält die Frucht mehr als zehnmal so viel Selen und deckt damit rund ein Drittel des Tagesbedarfes eines Menschen.

Algendünger fördert Selen-Aufnahme im Apfel

Selen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Es ist zwar in vielen Nahrungsmitteln enthalten, aber nur in geringen Mengen. Ein Mangel an Selen kann das Immunsystem schwächen und zu Erkrankungen an Darm, Leber und Schilddrüse führen. Aktuelle Studien belegen, dass sich sogar das Sterberisiko bei COVID-19-Kranken erhöhen kann. Vor allem Vegetarier und Veganer sowie schwangere und stillende Frauen sind oft unterversorgt. Der Selen-Anteil im Apfel liegt bei 10%, denn Pflanzen wachsen normalerweise auf selenarmen Böden. „Der hohe Anteil an Selen im Selstar resultiert aus einem speziellen Anbauverfahren, durch das die Apfelbäume Selen besser aufnehmen und in den Früchten einlagern“, erklärt Diemo Daum von der Hochschule Osnabrück. Es kommt ein besonderer Algendünger zum Einsatz.

 

Die roten Äpfel werden Der Selstar® wird umweltschonend in einer natürlichen Kartonschale ohne Plastik verpackt.
Ganz im Sinne der Verraucher: die Apfel-Innovation wird in einer nachhaltigen Kartonschale verkauft.

Kartonschale als Verpackung

Die Apfel-Innovation wurde im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes entwickelt. Der Name Selstar ist eine Kombination aus Selen und der beliebten Apfelsorte Elstar. Denn für den Anbau wurden die rotschaligen Selektionen des Elstar-Apfels verwendet. Dass der Elstar bei der Entwicklung der Frucht Pate stand, geht auf eine Konsumentenstudie der Forschenden zurück. Darin wurden die Anforderungen der Verbraucher an einen Apfel hinterfragt. Nicht nur Geschmack, Aussehen und Produktnamen wurden dabei als wichtig eingeschätzt, sondern auch die Verpackung der Frucht.

Weil Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor bei der Bewertung des Apfels ist, wird der Selstar plastikfrei in einer Kartonschale verkauft. Seit 2019 ist die selenreiche Apfel-Innovation im Handel. Angebaut wird die Frucht im Alten Land –  einem traditionellen Obstanbaugebiet im Norden Deutschlands. An der Hochschule Osnabrück geht unterdessen die Forschung am Selstar weiter, denn der Apfel ist offenbar auch allergenärmer als andere Äpfel. In einem Folgeprojekt wollen die Forschenden der Hochschule Osnabrück nun klären, warum das so ist.

bb