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21.05.2019

Naturnahe Mischwälder für die Tropen

Freiburger Forscher wollen mithilfe eines datenbasierten Entscheidungshilfesystems Landbesitzer in Mittelamerika von der Aufforstung nachhaltiger tropischer Mischwälder überzeugen. 

Erfolgreiche Wiederaufforstung: 2008 begannen die Baumpflanzungen auf der Finca San Rafael. Bereits acht Jahre später, im Jahr 2016, zeigt sich der Mischwald mit geschlossenem Kronendach.
Erfolgreiche Wiederaufforstung in Costa Rica: 2008 begannen die Baumpflanzungen auf der Finca San Rafael. Bereits acht Jahre später, im Jahr 2016, zeigt sich der Mischwald mit geschlossenem Kronendach.
Quelle: 
Stiftung FuturoVerde

Teakholz ist wegen seiner Robustheit und schönen Optik sehr gefragt. Doch der Anbau von Tropenhölzern ist seit langem umstritten. In Regionen wie Asien und Mittelamerika werden Teakbäume großflächig in Monokulturen angebaut, um die weltweite Nachfrage zu bedienen. Die ökologischen Folgen sind gravierend: Jede Abholzung ist ein Kahlschlag zu Lasten des Bodens und der Artenvielfalt. In Mittelamerika werden für den Teakanbau teils heimische Baumarten geopfert.

Mischwälder statt Monokultur in den Tropen

Forscher der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wollen gemeinsam mit der Freiburger Genossenschaft PuroVerde zeigen, dass es auch anders geht. Sie wollen Landbesitzer in Mittelamerika überzeugen, dass Mischwälder mit heimischen tropischen Baumarten nicht nur ökologischer sind, sondern, dass sich das Aufforsten langfristig auch finanziell auszahlt. „Für ein Umdenken muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn die Landbesitzer sind sehr skeptisch, ob das alles funktioniert“, sagt Stefan Pröstler. Er ist Leiter des Projektverbunds FuturoVerde, zu dem auch die auf nachhaltige Landnutzung spezialisierte Firma PuroVerde gehört.

Entscheidungshilfe für Landbesitzer

Im Rahmen des Projektes FuturoVerde will das Team nun in Costa Rica ein datenbasiertes Entscheidungshilfesystem entwickeln. Dahinter verbirgt sich ein klimasensitives Wachstumsmodell, das auf heimische Baumarten wie Guapinol, Almendro und Cebo ausgerichtet ist und für Vorhersagen der Waldentwicklung genutzt werden kann. Um das Mischwaldkonzept für Landwirte interessant zu machen, sollen in das Vorhersagemodell Daten einfließen, die Auskunft über das Bewirtschaften und das Bewerten von Märkten geben, aber auch Preisentwicklungen berücksichtigen. Das System soll so konzipiert sein, dass es auch in anderen tropischen Ländern als Entscheidungshilfe für eine nachhaltige Bewirtschaftung genutzt werden kann. Auf Basis der Forschungsergebnisse soll schließlich ein Managementhandbuch für die Praxis entstehen.

Costa Rica ist in den vergangenen Jahren zu einem Vorreiter in puncto Umwelt- und Klimaschutz geworden. So konnte durch ein Abholzungsverbot der Baumbestand zwischen 1987 und heute von 21% auf bis zu 60% der Landesfläche wieder gesteigert werden.

Tropische Mischwälder bieten wirtschaftliche Perspektive

Die Forscher sind überzeugt, dass ihr Konzept der naturnahen Mischwälder Landbesitzern in Mittelamerika eine dauerhafte wirtschaftliche Perspektive bieten  und zugleich vielen Tier- und Pflanzenarten als Verbindungskorridor zu benachbarten Regenwäldern dienen kann. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 400.000 Euro gefördert.


bb

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