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13.09.2019

Mit Jojoba-Anbau gegen Wüstenbildung

An den richtigen Orten könnten Jojoba-Plantagen das Mikroklima beeinflussen und für mehr Niederschläge sorgen, offenbart eine Simulation von Forschern der Universität Hohenheim.

Jojoba-Plantage: Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, wo sie am effektivsten dazu beitragen können, dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Jojoba-Plantage: Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, wo sie am effektivsten dazu beitragen können, dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Quelle: 
Universität Hohenheim / Oliver Branch

Sie bringen Wasser in die Wüste: Große Plantagen können das Mikroklima so beeinflussen, dass mehr Niederschläge fallen. So tragen die Anpflanzungen dazu bei, die Wüstenbildung zu verringern und entfernen außerdem Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Die genauen Mechanismen hinter der Regenbildung haben jetzt Wissenschaftler der Universität Hohenheim analysiert und mit Hilfe eines Supercomputers auch bis auf die regionale Ebene hinab simuliert, wo auf der Erde neue Plantagen besonders wirkungsvoll angelegt werden könnten.

Große Anpflanzungen erzeugen Hitzetiefs

„Großflächige Plantagen, zum Beispiel aus Jojoba-Pflanzen, erhöhen deutlich den Anteil an Sonnenenergie, der von der Erdoberfläche absorbiert wird“, erklärt der Erdsystemwissenschaftler Oliver Branch von der Universität Hohenheim. „Die Pflanzen geben die Energie dann größtenteils in Form von Wärme an die Umgebungsluft ab.“ Über der Plantage entstehe so ein warmes Gebiet mit niedrigem Luftdruck, ein sogenanntes Hitzetief. „Die Druckdifferenzen in der Umgebung der Plantagen erzeugen Auftriebsgebiete, die zur Bildung von Wolken und Niederschlag führen können“, erläutert Branch weiter.

Regionale Faktoren sind entscheidend

Wichtige Einflussgrößen sind der im Fachjournal „PNAS“ veröffentlichten Studie zufolge neben der Jahreszeit auch regionale Gegebenheiten, beispielsweise die Windgeschwindigkeiten und die Bodenbeschaffenheit. Mit Hilfe des Cray Supercomputers konnten die Wissenschaftler simulieren, wo auf der Erde die Gegebenheiten für die Regenbildung besonders günstig sind. Dazu zählen die Arabische Halbinsel, Namibia und die Sahara. „Jede Wüste ist unterschiedlich“, begründet Branch. „Während eine Plantage von 100 km mal 100 km in Oman einen großen Unterschied machen und Wolken produzieren würde, können wir diesen Effekt beispielsweise für Israel ausschließen.“

Jojoba-Sträucher sind optimal geeignet

Die Forscher empfehlen für den Anbau Jojoba-Sträucher: „Da Jojoba eine anspruchslose Pflanze ist, kann sie auch in Wüstenregionen gut gedeihen“, erläutert Branch. „Sie benötigt nur wenig Wasser, und dieses muss auch keine Trinkwasserqualität haben.“ Zudem verträgt Jojoba Hitze problemlos und transpiriert nur wenig, wodurch der Hitzetief-Effekt besonders groß ausfällt. Nicht zuletzt binden die neuen Anpflanzungen Kohlendioxid. „So können die Plantagen die Auswirkungen der Klimakrise eindämmen, während sie gleichzeitig seinem weiteren Fortschreiten entgegenwirken“, resümiert Branch.

Wirtschaftlicher Nutzen für die Bevölkerung

Zu guter letzt sind Jojoba-Plantagen für die einheimische Bevölkerung auch wirtschaftlich interessant: „Aus Jojoba lässt sich beispielsweise ein hochwertiges, auf dem Markt stark nachgefragtes Öl herstellen“, weiß Branch. Darüber hinaus könnte die Biomasse als nachwachsender Rohstoff in der Energiegewinnung genutzt werden.

bl

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