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20.03.2019

Eltern des Safran-Krokus identifiziert

Botaniker legen die Grundlage, um die wertvolle Gewürzpflanze erstmals züchterisch optimieren zu können.

Links zeigt die Fotomontage die Blüte des Safran-Krokus‘ mit seinen drei orangefarbenen Fruchtblättern, rechts eine Aufnahme der Chromosomen.
Links zeigt die Fotomontage die Blüte des Safran-Krokus‘ mit seinen drei orangefarbenen Fruchtblättern, rechts eine Aufnahme der Chromosomen.
Quelle: 
TUD/Sarah Breitenbach

Er ist mindestens 3.500 Jahre alt und doch kannte bislang niemand seine Eltern: Der Safran-Krokus wird vor allem im Mittelmeerraum und in Asien schon lange angebaut. Seine Blütenfäden sind die Quelle des wertvollen Gewürzes Safran, das mit einem Kilopreis von bis zu 30.000 Euro durchaus mit Gold konkurrieren kann. Auch als Heilpflanze und Färbemittel wird der Safran-Krokus seit Jahrhunderten geschätzt. Trotz seines Wertes konnte die Pflanze in all den Jahren nie züchterisch verbessert werden.

Vermehrung bislang nur durch Tochterknollen

Alle weltweit kultivierten Safran-Krokusse stammen aus Tochterknollen, weil die Pflanze selbst steril ist und daher nicht gezüchtet werden konnte. Der Grund: Die Elternpflanzen waren bisher unbekannt, aus deren Kreuzung der Safran-Krokus einst hervorgegangen ist. Das Rätsel der Abstammung haben nun Biologen der Technischen Universität (TU) Dresden gelöst und damit die Voraussetzungen für mögliche Neuzüchtungen mit optimierten Eigenschaften geschaffen.

Eltern sind zwei Pflanzen einer Wildart

„Wir haben die Entstehung des Safran-Krokus nachvollzogen und die Elternarten mit molekularen und cytogenetischen Methoden aufgeklärt“, berichtet Thomas Schmidt, Molekularbiologe am Institut für Botanik der TU Dresden. Die Arbeit ist das Titelthema des Fachjournals „New Phytologist“. Demnach bilden nicht etwa zwei Krokusarten die Eltern des Safran-Krokus Crocus sativus, sondern zwei leicht unterschiedliche Pflanzen, der in Griechenland heimischen Wildart Crocus cartwrightianus

Anbau auch in Deutschland

Bedeutung könnte die Entdeckung auch für Deutschland haben, denn seit einigen Jahren wird Safran im Raum Dresden angebaut. Die Anbauer sind überzeugt, dass der leichte Frost, dem die Pflanzen hier ausgesetzt sind, das Aroma noch verstärkt. Überhaupt ist der Safran-Krokus eine recht robuste Pflanze: Er wächst auf Böden, die ansonsten nicht für den Ackerbau geeignet sind. Der hohe Preis erklärt sich anders: Um ein Kilo Safran zu erzeugen, müssen 150.000 bis 200.000 Blüten geerntet, die jeweils drei Blütenfäden isoliert und getrocknet werden – und das von Hand.

bl

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