Allianz stärkt Agrarrobotik in Europa
Acht Partner aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden bündeln ihre Kompetenzen in Agrarrobotik und KI, um nachhaltige Anbau- und Erntetechnologien zu entwickeln und Europas Innovationskraft zu stärken.
Europäische Allianz für Agrarrobotik gestartet
Eine Allianz von Institutionen aus Deutschland, Frankreich und die Niederlande hat am 16. Januar 2026 in Berlin ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, Europa als globalen Innovationsstandort für Agrarrobotik zu stärken und Lösungen für die drängenden Herausforderungen der Landwirtschaft zu entwickeln. Dazu zählen Wasserknappheit, Klimawandel, Schädlingsbefall sowie der zunehmende Arbeitskräftemangel.
Zu den Partnern zählen unter anderem das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), das Agrotech Valley Forum, die französische Forschungseinrichtung INRAE sowie Wageningen University & Research aus den Niederlanden. „Indem wir in Europa noch näher zusammenrücken und unsere Kompetenzen bündeln, können wir nicht nur den Herausforderungen unserer Zeit souverän entgegentreten, sondern auch den Standort Europa wirtschaftlich stärken.“, erklärt Prof. Dr. Barbara Sturm, wissenschaftliche Direktorin am ATB.
Fokus auf autonome Technologien und nachhaltige Landwirtschaft
Die Kooperation legt ihren Schwerpunkt auf die Entwicklung autonomer Technologien für Anbau, Ernte und Baumschnitt, den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Landmaschinen sowie auf eine nachhaltige Landwirtschaft. Dabei sollen Pflanzenschutzmittel reduziert, der Wasserverbrauch optimiert und intelligente Systeme für Traktoren und Erntemaschinen effizient eingesetzt werden. Zudem ist die Standardisierung von sicheren, KI-fähigen Maschinen ein zentrales Ziel, um Innovationen schneller in die Praxis zu bringen.
Die Partner wollen nicht nur Forschung, Landwirtschaft und Herstellung mit einbinden, sondern auch Politik und Zertifizierungsstellen. Bereits bestehende Projekte wie das KI-Reallabor Agrar (RLA) und der geplante Zweitstandort des ATB in Niedersachsen zeigen, wie praxisnahe Forschung und industrielle Anwendung zusammengeführt werden. „Unser Ziel ist es, gemeinsam Technologien zu entwickeln und zu nutzen, mit denen wir die Landwirtschaft stärken und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung beitragen können“, betont Dr. Henning Müller, Vorsitzender des Agrotech Valley Forums.
Mit der Unterzeichnung in der französischen Botschaft in Berlin, begleitet von den Landwirtschaftsministern aus Frankreich und den Niederlanden, startet die Arbeitsgemeinschaft einen europaweiten Innovationsschub für die Agrarrobotik. Die Partner sehen darin einen wichtigen Schritt, um europäische Souveränität zu stärken und die internationale Sichtbarkeit ihrer Forschung zu erhöhen.
hb