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13.04.2017

Bio-Eier: Testsieger mit Abstrichen

Sind Bio-Eier wirklich besser? Bei einem Qualitätscheck von Hohenheimer Forschern konnten sie Produkte aus konventioneller Legehennen-Haltung nur knapp schlagen.

Orangefarbenes Dotter ist Beweis dafür, dass synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden.
Orangefarbenes Dotter ist Beweis dafür, dass synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden.
Quelle: 
Pixabay

Verbraucher achten beim Einkauf immer häufiger auf Lebensmittel aus nachhaltiger Produktion. Nicht immer ist auf den ersten Blick aber erkennbar, ob die angepriesene Biokost tatsächlich aus dem Öko-Landbau stammt. Beim Ei ist es die Farbe des Dotters, welche die Art der Tierhaltung verrät. Bei Bio-Eiern ist das Dotter eher gelb statt intensiv orange. „Das liegt daran, dass im Bio-Landbau keine synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden dürfen“, erklärt Michael Grashorn vom Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim. Für den Geflügelexperten ist daher klar, dass „Bio-Eier mit intensiv gefärbtem Dotter wohl eher untergeschobene, konventionelle Eier“ sind.

Besser im Geschmack und gesünder

Fest steht: Hierzulande bevorzugen Verbraucher Eier mit der intensiven Dotterfarbe. Ist das Ei aus konventioneller Tierhaltung deshalb von schlechterer Qualität und sind Bio-Eier tatsächlich besser? Darauf liefert das Team um den Hohenheimer Geflügelforscher eine Antwort. Sie haben die Qualität der Bio-Eier mit Produkten aus konventioneller Tierhaltung  verglichen. Das Ergebnis überrascht. Die Eier aus ökologischem Landbau gingen beim Qualitätscheck nur knapp als Sieger hervor. Sie punkteten bei Geschmack und hinsichtlich gesundheitsfördernder Aspekte, da freilaufende Bio-Hühner öfter Kamille oder andere Pflanzen mit ätherischen Ölen wie Omega-3-Fettsäuren picken. Auch das Weiße im Ei, das Eiklar, hat bei Bio-Eiern häufiger eine bessere Konsistenz. Es ist fester und gallertiger.

Mehr Keime in Bio-Eiern

Hinsichtlich Keimbelastung und Dottergröße schnitten die Bio-Eier schlechter ab. Der Grund: Bio-Legehennen bekommen in der Freilandhaltung etwas weniger Nährstoffe wie die essenziellen Aminosäuren, weshalb die Energiebilanz und somit der Dotteranteil geringer ist. „Häufiger auftretende Infektionen der Bio-Legehennen führen auch dazu, dass die Schalenfarbe ihrer Eier variabler ist. Eier aus konventioneller Bodenhaltung haben eine einheitlichere Schalenfarbe“, so Grashorn.

Dünne Eierschalen keine Folge der Geflügelpest

Zugleich gibt der Experte Entwarnung, dass die in diesem Jahr weitverbreiteten dünnen Eierschalen eine Folge der anhaltenden Geflügelpest sein könnten. „Es ist zwar richtig, dass virale Erkrankungen, zum Beispiel der Atemwege, die Schalenbildung stören und so dünnschalige Eier gebildet werden. Die Aviäre Influenza H5N8 ist aber nicht der Grund für das gehäufte Auftreten dünnschaliger Eier.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass Eier aus einem infizierten Betrieb gekauft werden, schätzt der Experte als äußerst gering ein und beruhigt, dass es keine beweise gibt, dass der H5N8-Erreger über Eier auf Menschen übertragbar ist.

bb

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