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21.11.2014

Innovationsakademie Biotechnologie: Recall für drei Ideen

Bei der fünften Innovationsakademie Biotechnologie des BMBF suchten 50 Teilnehmer nach Geschäftsideen der Zukunft - in einem Berliner Musikhotel.

Eine Idee als Rap vertont, im Team aufgeführt und im Tonstudio aufgezeichnet: Bei der Innovationsakademie Biotechnologie steckte diesmal besonders viel Musik drin. Drei Teams räumten am Ende die versprochenen 50.000 Euro ab, um ihre Ideen weiterzuentwicke
Eine Idee als Rap vertont, im Team aufgeführt und im Tonstudio aufgezeichnet: Bei der Innovationsakademie Biotechnologie steckte d

Das Musik-Hotel „nhow“ an der Spree, direkt am Puls der Berliner Kreativwirtschaft, war in diesem Jahr Schauplatz der fünften „Innovationsakademie Biotechnologie“. Der exklusive Workshop – eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) – fand vom 17. bis 18. November im Rahmen der „Gründerwoche Deutschland“ statt. 50 findige Gründungswillige und Querdenker waren dabei, um im Team neue Ideen für biotechnologische Produkte oder Dienstleistungen zu suchen. Dabei war voller Einsatz gefragt: Die Konzepte mussten vor „Investoren“ verteidigt, beworben und sogar als Rap vertont werden im hoteleigenen Tonstudio. Ein Schimmelsensor, eine regenerative Arznei für Gelähmte und ein neuartiges Antibiotikum – am Ende konnten drei Teams besonders überzeugen. Sie erhalten 50.000 Euro, um ihre Ideen weiter auszuarbeiten.

Jede Menge Sichtbeton, freiliegende Rohre und Kabel: Der „Backstage“-Bereich des nhow wirkt wie ein Rohbau – und bot damit den idealen Rückzugsraum für zwei Tage intensive Werkstatt-Atmosphäre. Das 50-köpfige Teilnehmerfeld war auch bei der fünften Auflage der „Innovationsakademie Biotechnologie“ wieder bunt gemischt aus Naturwissenschaftern, Ingenieuren, Betriebswirtschaftlern und Designern. „Wir wollen ganz bewusst Leute mit verschiedene Kompetenzen mischen und die Teilnehmer im Team auch für ungewöhnliche Ideen begeistern“, sagt Matthias Kölbel, der im Referat Bioökonomie des BMBF die Innovationsakademie koordiniert. Diesmal war das Gros der Teilnehmer quasi per Empfehlung zu der exklusiven, von der BIOCOM AG organisierten Veranstaltung, gekommen – ehemalige Teilnehmer und ausgewählte Multiplikatoren hatten dazu sogenannte „Greencards“ verschickt. Prinzipiell kann sich jeder Interessierte bewerben. Weiteres Merkmal der Innovationsakademie: Den Ideenentwicklern stehen vor Ort Gründerpersönlichkeiten und Wirtschaftsexperten als Ratgeber zur Seite.

Durchgetaktetes Kreativprogramm

Konzipiert und moderiert wurde der zweitägige Workshop von der Innovationswerkstatt aus Amberg und den Münchner Innovationsexperten von Future Camp. Das Team um Harald Ostermann und Peter Schneider hatte ein hochgetaktetes Kreativ-Programm für alle Sinne geplant, das den Gründungswilligen nicht nur Gehirnakrobatik, sondern vollen Körpereinsatz abverlangte. Für das Teambuilding ging es zum Beispiel nach draußen Auf der Straße vor dem Hotel galt es, Rosen oder nostalgische Ostprodukte an Passanten zu verscherbeln. Danach aber ging es darum, unerhörte Ideen zutage zu fördern, sei es in Momenten der Stille unter Einsatz von Schlafbrillen und Ohrstöpseln, oder bei der Blitz-Präsentation im Plenum.

Lautstarker Einsatz bei Speakers’ Corner

Durchsetzungsvermögen war gleich am nächsten Morgen bei der Aktion „Speakers' Corner“ gefragt: Auf Getränkekisten mussten hier jeweils fünf Leute parallel mit ihren Konzepten um die Aufmerksamkeit des Publikums buhlen.  Zehn Produktideen zu den Feldern Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt kristallisierten sich so heraus, von Pflanzen als Bodenentgifter über die geruchslose Biotonne bis zur Zahnpasta in den Lieblingsvereinsfarben. Bei einer „Investorenkonferenz“ wurden die Konzepte bereits gründlich auf Chancen und Risiken abgeklopft. Schließlich geht es beim Unternehmertum stets auch darum, Ideen auf den Punkt zu bringen und Investoren sowie Kunden von der Notwendigkeit eines Produkts zu überzeugen.

Rappen im Tonstudio

Beim Akademie-Endspurt galt es für die Teams, noch einmal die letzten kreativen Reserven zu mobilisieren: Knapp eine Stunde hatten die Gruppen Zeit, einen halbminütigen Werbespot auf die Beine zu stellen. Und dann das große musikalische Finale: der „Love-and-hate-battle-Rap“: Pro und contra-Argumente für die eigene Geschäftsidee – im Sprechgesang vertont. Das ideale Setting für die Präsentation der neuen Texte auf die Beats von Dr. Dre, Sido und Fanta4 bot das voll eingerichtete Tonstudio in der achten Etage des nhow-Hotels.

Dreimal 50.000 Euro

Nach der Showeinlage wurde abgestimmt: Welches Team hatte am meisten überzeugt und damit die besten Chancen auf einen „Recall“ – verbunden mit 50.000 Euro? Mit dem „MYKO-Sensor“ Schimmelpilze aufspüren, mit dieser Produktidee wurde ein Fünfer-Team um Christoph Biermeier und Stefan Rasche Sieger der diesjährigen Innovationsakademie. Platz zwei ging an die Idee „Re-connect Nerves“, das Team um Fabian Hosp, Jörg Hampl, Jannis Hülsen und Jörg Wamser will ein regeneratives Medikament entwickeln, das gekappte Nervenverbindungen bei Gelähmten wieder verknüpfen hilft. Mit einer neuen Klasse antibiotischer Peptide will sich ein Dreier-Team um Einar Mäntylä beschäftigen. Die Gewinnerteams dürfen das Geld nun in den kommenden neun Monaten dafür einsetzen, ihre Idee weiterzuentwickeln. „Reisen Sie, reden Sie mit den Stakeholdern, veranlassen Sie Patentrecherchen, selbst Vorversuche sind möglich“, so Matthias Kölbel. In sechs Monaten werden die Gewinnerteams noch einmal vom zuständigen Projektträger Jülich zu einem „Vorsingen“ eingeladen – die ersten Sporen haben sie sich bei der Innovationsakademie im Musikhotel bereits wahrlich verdient.

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