Marmorholz
Ein Schlauchpilz veredelt einheimisches Holz zu Marmorholz mit feinen schwarzen Linien. Das Verfahren macht das dekorative Material reproduzierbar, nachhaltig und für Möbel, Innenausbau und Schmuck nutzbar.
DATEN & FAKTEN
Branche:
Holzwirtschaft
Nachwachsender Rohstoff:
Holz, Schlauchpilz
Beteiligte Unternehmen:
Koster AG Holzwelten, Empa
Bioökonomie-Faktor:
CO2-Bindung, heimische Laubhölzer mit Pilz veredelt statt verbrannt, Vermeidung tropischer Schmuckhölzer
Status:
auf dem Markt
Marmorholz verbindet natürliche Schönheit mit innovativer Materialtechnik. Das Holz zeichnet sich durch feine schwarze Linien aus, die ihm eine lebendige, fast lebendige Struktur verleihen. Verantwortlich dafür ist ein unscheinbarer Schlauchpilz, der beim Wachstum das Pigment Melanin bildet. Anders als bei herkömmlichen Holzmustern entsteht das dekorative Design nicht durch Maserung oder Färbung, sondern durch eine gezielte biologische Reaktion.
Präzise Pilzkulturen für individuelle Muster
Die Herstellung von Marmorholz beginnt mit der sorgfältigen Vorbereitung des Rohholzes. Es wird befeuchtet und sterilisiert, bevor der Pilz gezielt aufgebracht wird. In klimatisierten Kammern kann er mehrere Wochen lang wachsen, wobei er das charakteristische Muster in das Holz einprägt. Durch die präzise Steuerung von Feuchtigkeit, Temperatur und Dauer der Pilzbesiedlung lassen sich unterschiedliche Linienführungen und Kontraste erzielen. Nach Abschluss des Prozesses wird das Holz getrocknet, wodurch der Pilz abtötet, die Melaninzeichnungen aber dauerhaft erhalten bleiben.
Das Ergebnis sind Bretter, die sich für Möbel, Innenausbau, Musikinstrumente oder dekorative Objekte eignen. Die kontrollierte Pilzkultur sorgt dafür, dass jedes Stück Marmorholz individuell ist, gleichzeitig aber reproduzierbar hergestellt werden kann. Die Kombination aus Handwerk, Biotechnologie und präziser Steuerung hebt das Material von herkömmlichen Holzprodukten ab.
Dekoratives Holz für Möbel, Innenausbau und mehr
Neben ästhetischen Vorteilen bietet das Verfahren auch ökologische Chancen. Besonders einheimische Laubhölzer wie Ahorn, Buche oder Esche, die bisher oft als Brennholz verwendet wurden, lassen sich aufwerten und in hochwertige Produkte verwandeln. So entsteht ein Mehrwert für regionale Ressourcen, ohne auf exotische Hölzer zurückgreifen zu müssen. Gleichzeitig bleibt die natürliche Festigkeit des Holzes erhalten, da der Pilz nur bestimmte Zellbereiche abbaut.
Marmorholz zeigt, wie biologische Prozesse gezielt in der Materialproduktion eingesetzt werden können. Ein einfacher Pilz wird zum Designer für Holzoberflächen, während nachhaltige Nutzung und technologische Präzision kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein dekoratives, langlebiges Holzprodukt, das Design, Natur und Hightech vereint und neue Wege für die Bioökonomie eröffnet.
Marktreife
Das Marmorholz‑Produkt „Myrai“ lässt sich über die Schreinerei Koster AG Holzwelten beziehen, den Hersteller in Arnegg bei St. Gallen (Schweiz), der die veredelten Holzplatten und -bretter anbietet und Projekte damit realisiert.
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