Eisbecher

Eisbecher

Biobasierte Speiseeisbecher aus PEF ersetzen fossile Kunststoffe, verlängern durch bessere Barriereeigenschaften die Haltbarkeit sensibler Lebensmittel und nutzen Agrarreststoffe sowie Lebensmittelabfälle als Rohstoff.

DATEN & FAKTEN

Branche: 
Konsumgüter
 
Nachwachsender Rohstoff: 
Agrar- und Lebensmittelreste
 
Beteiligte Unternehmen: 
Biohof Vogel, Arburg GmbH Co KG, Universität Hohenheim, Hochschule Albstadt-Sigmaringen
 
Bioökonomie-Faktor: 
Ersatz fossiler Ressourcen, kreislauffähiger Biokunststoff
 
Status: 
Pilotmaßstab 

Eisbecher aus Biokunststoff PEF Projekt BUSINESS
Miscanthus Biomasse

Einfach nur Kunststoff? Nicht ganz!

Forschende des Projektverbunds BUSINESS entwickeln Verpackungen aus dem biobasierten Kunststoff Polyethylenfuranoat (PEF). PEF ist ein noch wenig bekannter, aber hochinnovativer Biokunststoff. Dieser kann bekannte, aus fossilen Rohstoffen hergestellte Kunststoffe wie PET (Polyethylenterephthalat) oder Polystyrol nicht nur gleichwertig ersetzen, sondern in wichtigen Eigenschaften übertreffen. Dank seiner deutlich verbesserten Barriereeigenschaften gegenüber Sauerstoff, CO₂ und Wasserdampf bleiben Kohlensäure länger in der Flasche und Sauerstoff dringt weniger leicht in Verpackungen ein. Oxidationsprozesse werden verlangsamt und die Haltbarkeit sensibler Lebensmittel verlängert. Davon profitieren insbesondere Produkte wie Fleisch- und Fischwaren, aber auch frische Milch- und Pflanzendrinks oder Speiseeis, für die PEF‑Verpackungen entwickelt und getestet werden.

Ein Kunststoff, der Abfälle vermeiden hilft

PEF leistet gleich doppelt einen Beitrag zur Bioökonomie: Zum einen kann es Lebensmittelverluste reduzieren, weil verpackte Produkte länger haltbar bleiben. Zum anderen basiert PEF auf nachwachsenden Rohstoffen statt auf Erdöl. Als Ausgangsstoffe kommen zum Beispiel Agrarreststoffe wie Stroh, Zuckerrübennebenströme, mehrjährige Dauerkulturen oder Hanfschäben in Frage. Ebenso eignen sich Lebensmittelabfälle wie Altbackwaren, Obst‑ und Gemüseüberschüsse oder Kartoffelschalen. So werden Reststoffe in einen hochwertigen Verpackungsrohstoff überführt.

Marktreife

Noch gibt es keinen breit etablierten kommerziellen Anbieter von PEF‑Verpackungen. Im Rahmen ihrer Arbeiten konnten die Forschenden jedoch bereits zeigen, dass PEF sich sowohl im Einweg- als auch im Mehrwegsystem für Speiseeisbecher technisch zuverlässig verarbeiten lässt – bislang ein Alleinstellungsmerkmal. Der nächste Schritt ist, diese Technologie auf weitere Verpackungsformate wie Becher, Deckel und Folien zu übertragen und die Herstellprozesse zu skalieren. Damit ist die Grundlage geschaffen, PEF‑Verpackungen aus Reststoffen in größerem Maßstab in den Markt zu bringen.

Für PEF-Eisbecher ist die Marktreife bereits auf technologischer sowie auch von konsumentenseitiger Seite erprobt worden.