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16.10.2020

Welthungerhilfe (2020): Welthunger-Index

Eine Krise nach der anderen zerstört die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Kriege, Dürren, Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und auch COVID-19 haben dramatische Auswirkungen auf den Welthunger.

Hungernde Kinder in der Drtten Welt
Quelle: 
billy cedeno auf pixabay

Der Welthunger-Index 2020 zeigt eindrücklich, dass die Hungersituation in vielen Staaten noch immer dringend Aufmerksamkeit benötigt.

37 Länder werden auf Grundlage ihrer jüngsten Entwicklungen bis 2030 voraussichtlich nicht einmal niedrige Hungerwerte erreichen. Ende 2019 litten fast 690 Millionen Menschen unter chronischem Hunger, weitere 135 Millionen Menschen waren von einer akuten Ernährungskrise betroffen. Im Krisenjahr 2020 hat sich die Situation noch verschlimmert.

Die weltweite Corona-Pandemie, eine verheerende Heuschreckenplage in Teilen Ostafrikas und Südasiens sowie der wirtschaftliche Abschwung, der jeden Winkel der Welt betrifft - die verheerenden Auswirkungen all dieser Krisen führen zu einer schnellen Eskalation der Nahrungsmittel- und Ernährungsunsicherheit für Millionen von Menschen – vor allem aber für diejenigen, die ohnehin schon am gefährdetsten sind.

Prognosen zufolge könnte der pandemiebedingte Wirtschaftseinbruch allein in 2020 bei bis zu 80 Millionen Menschen zusätzlich zu Unterernährung führen. Die Zahl der Kinder, die an Auszehrung leiden, könnte um 6,7 Millionen anwachsen. Jeder Prozentpunkt, um den das globale Bruttoinlandsprodukt sinkt, kann für weitere 700.000 Kinder Wachstumsverzögerung zur Folge haben. Es könnte zu 130.000 zusätzlichen Todesfällen bei Kindern kommen.

Die Corona-Pandemie hat viele Schwachstellen der derzeitigen globalen Ernährungssysteme offengelegt. Sie sind weder krisenfest noch gerecht oder nachhaltig. Unser Handeln wirkt sich zunehmend negativ auf unseren Planeten aus – etwa durch Bodendegradation, Treibhausgasemissionen und Biodiversitätsverlust – und unsere Ernährungssysteme sind Teil des Problems. Vielen ländlichen Gemeinschaften, indigenen Völkern, Frauen und Randgruppen fehlt es an sicherem Zugang zu Land und landwirtschaftlicher Bildung. Und mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist im Krisenfall nicht sozial abgesichert.

Der Welthunger-Index (WHI) misst und vergleicht jährlich die Ausprägung von Hunger und Unterernährung  in der Welt, verschiedenen Regionen und einzelnen Ländern. Er soll zu einer stärkeren Wahrnehmung und einem besseren Verständnis des Kampfes gegen den Hunger führen und lenkt die Aufmerksamkeit auf jene Weltregionen, in denen zusätzliche Ressourcen am dringendsten benötigt werden, um den Hunger zu beenden.

Der Fokus des WHI 2020 liegt zudem auf dem Potential integrierter Gesundheits- und Ernährungssysteme. Sie sind entscheidend, um das zweite der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung: "Zero Hunger by 2030" zu erreichen.

Der Bericht wird gemeinsam von der Welthungerhilfe und ihrem Alliance2015-Partner Concern Worldwide herausgegeben.

Wie wird der Welthunger-Index berechnet?
Die 4 Indikatoren des Welthunger-Index
                    
  • Prozentualer Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung
  • Prozentuale Verbreitung von Auszehrung bei Kindern unter fünf Jahren, also zu niedriges Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße als Hinweis auf akute Unterernährung
  • Prozentuale Verbreitung von Wachstumsverzögerung bei Kindern unter fünf Jahren, d.h. zu geringe Körpergröße im Verhältnis zum Alter als Hinweis auf chronische Unterernährung
  • Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren
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