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02.10.2019

Thünen-Institut (2019): Reduzierung von Lebensmittelabfällen

Bereits seit Juni 2015 werden im Projekt REFOWAS (REduce FOod WASte) die Gründe für die Entstehung von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht, Mengen bilanziert und Umweltwirkungen sowie ökonomische Aspekte analysiert.

lebensmittelabfälle
Quelle: 
pixabay

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2030 Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Stuttgart, des Max Rubner-Instituts, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und des Thünen-Instituts untersuchten im Verbundprojekt REFOWAS wie das gelingen kann. Dafür wurden einerseits die aktuellen Mengen vermeidbarer Lebensmittelabfälle berechnet. Auf der anderen Seite wurden die Auswirkungen auf die Umwelt untersucht, die mit der Lebensmittelproduktion und -verschwendung einhergehen. Schließlich wurde in einer sozialempirischen Untersuchung das Verbraucherverhalten analysiert.

In Deutschland werden jährlich rund 12,7 Mio. Tonnen Nahrungsmittel weggeworfen. Der Großteil der Abfälle, 7 Mio. Tonnen (55%) kommt aus privaten Haushalten, d. h. 85 Kilogramm Lebensmittel wirft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr auf den Müll. Es folgen 17 % aus der Verarbeitung, 13 % aus der Gastronomie, 11 % aus der Landwirtschaft (Nachernteverluste) und 4 % aus dem Handel. Obwohl im Handel nur ein relativ geringer Anteil an Abfällen anfällt, spielt er eine zentrale Rolle im Gesamtabfallaufkommen, denn er beeinflusst sowohl die Produzenten durch hohe Qualitätsanforderungen als auch die Verbraucherinnen und Verbraucher durch Kaufanreize.

Neben der reinen Mengenbetrachtung spielen die ökologischen Effekte der Lebensmittelverschwendung eine zentrale Rolle. Um zu berechnen, in welcher Größenordnung die in Deutschland konsumierten Lebensmittel und insbesondere die Lebensmittelabfälle die Umwelt belasten, entwickelte das Thünen-Institut ein Ökobilanzmodell für den gesamten deutschen Ernährungssektor.

    

Die Ergebnisse des Verbundprojekts REFOWAS sind als Thünen Report 73 „Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen – Pathways to reduce food waste (REFOWAS): Maßnahmen, Bewertungsrahmen und Analysewerkzeuge sowie zukunftsfähige Ansätze für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln unter Einbindung sozio-ökologischer Innovationen“ erschienen.
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