Projekt "House of Transfer": Rohstoffwende im Mitteldeutschen Stoffverbund

Projekt "House of Transfer": Rohstoffwende im Mitteldeutschen Stoffverbund

Eine Studie aus dem Verbundprojekt House of Transfer untersucht, wie der Mitteldeutsche Stoffverbund künftig mit Kohlenstoff versorgt werden könnte. Im Fokus stehen Bio-Naphtha, Methanolrouten und biotechnologische Alternativen.

Böhlener Werk

Fraunhofer IKTS, BioEconomy e.V., Fraunhofer IWES und die Hochschule RheinMain haben im Projekt House of Transfer untersucht, wie der Mitteldeutsche Stoffverbund nach der angekündigten Stilllegung des Steamcrackers Böhlen bis Ende 2027 versorgt werden könnte. Im Fokus stehen die Standorte Böhlen, Schkopau, Leuna, Bitterfeld-Wolfen, Piesteritz und Zeitz.

Die Studie vergleicht drei Pfade: biobasiertes oder CO2-basiertes Fischer-Tropsch-Naphtha, Methanolrouten für Olefine und Aromaten sowie biotechnologische Verfahren wie Bio-Ethylen aus Bioethanol oder Bio-Caprolactam für Polyamid-6. Plattformrouten benötigen große Mengen Biomasse, CO2, Wasserstoff oder erneuerbare Energie. Biotechnologische Routen adressieren einzelne Wertschöpfungsketten, ersetzen aber nicht den gesamten Verbund.

Der Bericht beschreibt die Rohstoffwende der Chemie als Systemfrage. Biogene Rohstoffe müssen mit Energieversorgung, Infrastruktur und Standortvorteilen zusammengedacht werden.

Originalquelle: https://www.house-of-transfer.de/wp-content/uploads/2026/04/Studie_Der_Mitteldeutsche_Stoffverbund_2035-2.pdf