Wunderwurzel Yams: EKO-YAM Projektfilm

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Wunderwurzel Yams: EKO-YAM Projektfilm

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Die Yamswurzel wird in der TCM schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt, jetzt wird sie auch hierzulande angebaut und hat das Potenzial zum "Superfood". Der Pharmazeut David Krüger entschlüsselt an der FU Berlinzusammen mit seinen Projektpartnern am Andreashof am Bodensee und der Uni Münster die Yams-Inhaltsstoffe aus verschiedenen Anbauarten.

Eine Pflanze aus der Traditionellen Chinesischen Medizin angebaut am Bodensee. Kann sie das nächste Superfood werden und die Zukunft der Apotheke mitgestalten? Die Chinesische Yams, Discorea polystachya, unter anderem auch Lichtwurzelgenannt. So nahrhaft wie eine Kartoffel, aber voller spannender pharmazeutischer Wirkstoffe... In der Pharmazie der Freien Universität Berlin hängen zum erfolgreichen Semesterende überall die fröhlich bemalten Kittel der erfolgreichen Absolventinnen.

Fröhlich ist auch der Apotheker David Krüger, der in seiner Doktorarbeit genau wissen wollte, was in dieser Wurzel steckt. Fündig wurde er, oder? 

„Ja, wir sind fündig geworden und haben das Ganze auch in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.“ 

Drehen wir die Zeit zurück, als David noch mitten in seiner Doktorarbeit saß, spezielle Extrakte herstellte, Analysemethoden erfand und Hunderte Proben analysierte. David sagte immer, ihn reize die Verbindung zwischen moderner Forschung und traditionellem Wissen.

Seit Jahrhunderten wird Yams in der Traditionellen Chinesischen Medizin bei Verdauungs- und Hormonproblemen eingesetzt. Sogar antivirale Effekte sind beschrieben. David fragte sich: Welche Stoffe stecken überhaupt dahinter? Und welchen Einfluss hat die Anbaumethode darauf? Die Yamsanbauer vom Andreashof am Bodensee lieferten Proben. 
Vier Anbaumethoden traten gegeneinander an: Yams in offenen, hohen Kisten, in Hügelbeeten, in Gräben und in Rinnen.

Es klingt simpel, ist es aber nicht. Denn eine mechanische Ernte wie bei Rüben oder Kartoffeln klappt leider nicht. Die chinesische Yams ist nämlich lang, dünn, bricht leicht und muss in Handarbeit freigelegt werden. Während der Projektleiter und Agraringenieur Matthias Busl vom Andreashof seine Yamsproben aus den verschiedenen Anbaumethoden codierte, bekam David nur Nummern - anonymisierte Knollen, Blätter, Brutknospen. Ähnlich wie bei einem Doppelblindsetup.

Erst nach der Analyse wurde aufgelöst, welche Probe aus welchem System kommt. Drei Jahre, Hunderte mehrfach analysierte Proben. Jetzt sind die Daten in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. David, bitte gibt nun die Antwort auf die große Frage: Verändert die Anbaumethode die Inhaltsstoffe? 

„Die spannende Antwort ist Ja. Die Anbaumethode hat einen großen Einfluss auf die Inhaltsstoffe, die Qualität. Und ein weiterer Einfluss ist noch das Wetter dazu.“

„Der Hügelanbau lieferte die größte Ausbeute insgesamt und vor allem die Ausbeute mit den wenigsten Schwankungen über die über die vielen Jahre, die wir beobachtet haben. Der Rinnenanbau lieferte auch sehr hohe Gehälter und auch den höchsten insgesamt aber das recht niedrige Stärke-Gehälter. Den höchsten Stärke-Gehalt haben wir im Grabenanbau gefunden. Dafür sind da wiederum die Sekundärmetaboliten sehr gering gewesen.“

Was macht die Studie interessant für die Bioökonomie? 

„Das EKO-YAM-Projekt war Teil der Nationalen Bioökonomie-Strategie, denn sie hat pharmazeutisches Potenzial, sie erweitert unsere Ernährung und sie bricht mit Monokulturen. Das Highlight wäre natürlich, wenn die Forschung dazu führt, dass die Chinesische Yams ins Arzneibuch bekommt.“

 Das EKO-YAM-Projekt lieferte Daten, die es für den ersehnten Eintrag ins Europäische Arzneibuch braucht und für eine nachhaltige bioökonomische Nutzung der Wunderwurzel.

Wie fühlst du dich jetzt - biste erleichtert? 

„Ja, sehr. Hat sehr viel Spaß gemacht. Es war anstrengend, aber hat sich gelohnt.“ 

Mehr Informationen zu dem vom Bundesforschungsministerium geförderten EKO-YAM-Projekt gibt es auf Bioökonomie.de.

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