Warum für ihn Raps und Co. die Zukunft der nachhaltigen Landwirtschaft sind
Milchkühe futtern kein Soja mehr, sondern heimischen Rapsschrot – und das Rapspflanzenöl wird zu 60% zu Biokraftstoff. UFOP-Chef Stephan Arens erklärt, warum für ihn Raps und weitere Leguminosen die Zukunft der nachhaltigen Landwirtschaft sind und räumt mit Fehlglauben auf. Seit 2023 ist der Diplom-Agraringenieur Geschäftsführer der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) in Berlin und präsentierte sich mit einem UFOP-Stand auf der Grünen Woche Berlin.
Video Transkript
Hättet ihr gedacht, dass dieses kleines Bisschen an Aussaat diese riesengroße Menge an Ertrag gibt – das ist ein Riesenkraftwerk…
„Gängiges Vorurteil in der Milchviehwirtschaft ist?“
„…dass Soja verfüttert wird an die Milchkühe. Das war vorher mal so, aber das haben wir seit einigen Jahren ändern können. Und zwar wird aus diesem wunderbaren Raps, daraus wird das Rapsschrot gewonnen. Und das ist das Nummer eins Futtermittel für die Milchkühe in Deutschland geworden.“
„Und was gibt es sonst noch so für Vorteile?“
„Es gibt jede Menge Vorurteile, zum Beispiel gegenüber Biokraftstoffen, die aus Biomasse produziert wurden, zum Beispiel aus Getreide, Zuckerrüben oder eben aus Raps. Und das ist ein Fehlurteil: Wenn man nämlich Raps verarbeitet, gewinnt man ja das Öl. Das kann dann zu Biokraftstoffen verarbeitet werden und gleichzeitig gewinnt man aber das Raps-Extraktionsschrot, was die wichtigste heimische Eiweißquelle für die Milchkühe Fütterung ist. Und insofern ist das ein Kreislauf. Das heißt, Kreislaufwirtschaft ist Bioökonomie par excellence.“
„Warum Leguminosen und Bioökonomie?“
„Also es geht darum, Pflanzen wie Raps und Sonnenblumen, aber auch Körner-Leguminosen, Eiweißpflanzen, diese zu entwickeln und daraus einen ökonomischen Sinn zu machen für die Landwirte, das heißt: die Erzeugung von Biomasse, sprich Pflanzen, damit auch Geld zu verdienen. Das ist nämlich der Sinn von Ökonomie: Also Pflanzenerzeugung mit Geld verbinden.“
„Was ist die coolste Leguminose jetzt gerade?“
„Im Moment sprechen wir viel über die Erbse, die Körnererbse, weil sie auch von der Lebensmittelwirtschaft stark nachgefragt wird. Aber auch die Lupine, die Süßlupine, und ansonsten auch die Sojabohnen, die vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern am nächsten ist, weil man die sie schon kennt aus dem Regal – diese entwickelt sich jetzt hier national.“
„Wie sind wir denn hier in Deutschland aufgestellt?“
„Also eine ganz große Bedeutung hat natürlich der Rapsanbau, das ist ganz wichtig auch ein bioökonomische Verwertung, nämlich den Biokraftstoffen wird auf 1,1 Millionen Hektar in Deutschland angebaut. Nur zum Vergleich: Diese vier Körnerleguminosen, die wir auch vertreten, nehmen insgesamt circa 300.000 Hektar in Deutschland im Anbau. Also eine bedeutende Weltkultur, aber noch mit deutlichem Entwicklungspotential nach oben.
„Was würden Sie den Leuten gerne sagen und mitgeben, was ihnen wichtig ist zu vermitteln hier an diesem Stand über Leguminosen?“
„Also ganz klar: Schauen Sie aufs Produkt. Es gibt viele Produkte, alternative Fleischersatzprodukte zurzeit im Supermarktregal. Aber die Inhaltsstoffe sind meistens nicht aus Deutschland. Also man importiert Erbsen oder Bohnen aus anderen Regionen. Und da sage ich Leute, achtet darauf, dass die Inhaltsstoffe auch aus Deutschland kommen, weil dann profitieren auch die deutschen Landwirte im Sinne der Bioökonomie.“
Vielen Dank für das Gespräch. Mehr zum Thema auf Bioökonomie.de