BMFTR Jahrestagung Pflanzenforschung 2026
Auf der „Jahrestagung Pflanzenforschung 2026“ des BMFTR in Potsdam drehte sich alles um innovative Ansätze für eine nachhaltige und resiliente Agrarwirtschaft. Im Fokus standen aktuelle Forschungsergebnisse zu genetischer Vielfalt, moderner Pflanzenzüchtung und nachhaltigem Pflanzenschutz. Ein besonderes Highlight war der Partnerdialog „Pflanzenbiotechnologie für die Agrarwirtschaft“, der Perspektiven für zukünftige Märkte und die Rolle der Biotechnologie beleuchtete. Mit zahlreichen Vorträgen, Postern und Teilnehmenden zeigte die Veranstaltung die Vielfalt und Anwendungsnähe der Pflanzenforschung in Deutschland.
Video Transkript
Widerstandsfähige Nutzpflanzen und ein nachhaltiger Pflanzenschutz sind entscheidend für eine resiliente ertragreiche Agrarwirtschaft.
Sie sichern unsere Ernährung und erschließen neue Märkte für die Wertschöpfung von morgen.
Welche Ansätze Deutschlands Pflanzenforschungscommunity dafür entwickelt, darum geht es bei der BMFTR Jahrestagung Pflanzenforschung im März 2026.
Ob moderne Züchtungsmethoden, Datenbasierte Züchtung oder Schutz vor Schadinsekten im Mittelpunkt stehen aktuelle Projekte. Sie zeigen, wie Forscherinnen und Forscher ihr Wissen über Nutzpflanzen in den letzten Jahren enorm erweitert haben und sie zeigen, wie dieses Wissen in neue technologische Ansätze überführt wird.
Referatsleiterin Christina de Wit würdig die Arbeit der Community. Pflanzenforschung in Deutschland stehe für Spitzenforschung mit Strahlkraft, die in Unternehmen, Märkte und Gesellschaft wirkt.
34 Vorträge und über 100 Poster zeigen, wie breit und anwendungsnah die Pflanzenforschung in Deutschland aufgestellt ist.
„Ich erforsche Klimasabilität in Ackerbohnen, das heißt die Resistenz gegenüber Hitze und Trockenstress.Und das trägt dazu bei, dass diese Pflanze für Landwirte wieder attraktiver wird so dass sie äh einen höheren Leguminosenanteil im Anbau auch wieder verwirklichen können.“
„Ich forsche da dran, wenn man massive Datenmengen nutzen kann, um Sorten zu entwickeln, die am besten für ein Landwirt geeignet sind. An dem Projekt sind mehrere Züchtungsunternehmen beteiligt und wir verschneiden die Daten über die Züchtungsunternehmen hinweg. Das ist ein bisschen gribbelig, weil das für die Züchtungsunternehmen der Heilige Schatz ist für sie und da gehört viel Vertrauen dazu, den wir in vielen Projekten im Vorfeld aufgebaut haben. Wir bekommen letztendlich die Daten von dem vollständigen Weizensuchtprogramm von den Unternehmen. Wir sind in der Lage, die zu kombinieren, zu verschneiden und die erste der erste Schritt war zu belegen, dass gemeinsam mehr als allein ist. Ja, und da waren wir sehr erfolgreich. konnten also zeigen, dass die Vorhersage vom Kornertrag viel besser wird, wenn Züchtungsunternehmen Daten gemeinsam nutzen würden. Das war unser erstes tolles Ergebnis. Unsere Forschung soll dazu beitragen, dass wir auch in Zukunft in Hinblick auf Klimawandel neue Resistenzgene haben und stabile Resistenzgene in der Braugerste, weil sich tatsächlich auch die Pathogene weiterentwickeln und immer virulenter werden auch durch die Hitze und so weiter. Und wir hoffen, dass wir da direkt bei der Entwicklung neuer Braugerstensorten dann die Züchtung unterstützen können. Mit diesem Wissen können jetzt Nutzpflanzen entstehen, die besser mit Klimastress, schwierigen Standorten und Schadinsekten umgehen können.“
Wissen in die Anwendung zu bringen, geht am besten im engen Austausch. Offen, vernetzt und interdisziplinär.
Gemeinsam lässt sich Zukunft am besten gestalten. So wie beim Partnerdialog Pflanzenbiotechnologie für die Agrarwirtschaft. Der Partnerdialog ist Teil der Roadmap Biotechnologie der Hightech Agenda Deutschland.
Christina de Wit betonte, dass Pflanzenbiotechnologie wichtig für die Hightech Agenda ist. Deutschland habe mit seiner starken Forschung, Industrie und Community bereits beste Voraussetzung, um in künftigen Märkten eine wichtige Rolle einzunehmen.
Im engen Austausch wird aus einer Agenda mit Zielen ein klarer Fahrplan für konkrete Zukunftsarbeit. Hier geht es um Meilensteine, um messbare Kennzahlen und um die Frage, wie Deutschland seine Position in der Pflanzenbiotechnologie weiter ausbauen kann. Entscheidend ist der Wille und das Commitment von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.
„Ja, wir haben sehr viele schöne Ergebnisse gesehen, wir haben sehr viele Talente und wir haben die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Anwendung mit den Züchtungsunternehmen und das lässt vieles für die Zukunft ja erhoffen.“
„Sehe ich genauso. Und was ich auch besonders toll fand, war, dass ich das Gefühl hatte, dass von Seiten der des BMFTR auch ein großes Interesse da ist, diesen Dialog weiter zu fördern und auch weiter auszubauen und wir ja auch heute sehr schöne Ergebnisse erzielt haben“
„Ich wünsche mir, dass wir irgendwann die Gummistiefel anziehen können und unsere Produkte im Feld sehen können, denn darin soll es führen, soll Wert schaffen und das Ergebnis unserer Forschung klar darstellen.“
Die Jahrestagung zeigt, Deutschland ist in der Pflanzenforschung hervorragend aufgestellt. Sie ist zentral für Innovation, technologische Souveränität und mehr Wertschöpfung am Standort Deutschland.
Wenn Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gemeinsam handelt, kann Deutschland hier zum Vorreiter in ganz Europa werden und zu einem starken Technologiestandort der Zukunft.