"Alle genießen täglich die Erfolge unserer Arbeit, doch kaum einer weiß, woher es kommt..."
Sie wird noch oftmals verkannt. Dabei genießen wir alle ihre Erfolge jeden Tag, wenn wir ins Brötchen, Müsli etc. beißen: Die jahrzehntelangen Erfolge der Pflanzenzüchtung. Sie ist aus vielen Gründen lebenswichtig - und auch ein wichtiges Puzzleteil in der strategischen Bewältigung von Krisen... Auf der Grünen Woche Berlin sprachen wir mit Dr. Carl-Stephan Schäfer, dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) über die Bedeutung der Pflanzenzüchtung.
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„Alle genießen jeden Morgen die Erfolge unserer Arbeit, und zwar, wenn sie uns Brötchen beißen oder das Müsli essen. Keiner weiß, woher es kommt und dass auch sichergestellt ist, dass diese hohe Qualität zu erschwinglichen Preisen jeden Tag zur Verfügung steht. Und deswegen sind wir hier, um das noch mal zu erklären und sichtbar zu machen, dass keine Selbstverständlichkeit ist, dass da viel Arbeit und Engagement und vor allen Dingen Liebe dahinter steckt.“
„Hallo, ich bin Tamara und berichte für Bioökonomie, die hier auf der Grünen Woche. Und jetzt spreche ich mit:“
„Mein Name ist Carl-Stephan Schäfer. Wir sind hier auf dem Stand des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter und wir firmieren unser unter unserem Logo www. Die Pflanzenzüchter.de. Ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt, ist, junge Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern und damit eben auch für die Pflanzenzüchtung. Ja, ich weiß, das ist ein sehr alter, traditioneller Beruf, aber ich glaube, es gibt wenig Berufe, wenig Branchen in dieser Welt, die so sehr Antworten auf die zukünftigen Fragen und Herausfordern liefern wie die Pflanzenzüchtung und damit verbunden auch die Landwirtschaft. Wir haben ziemlich viele globale Krisen gerade.“
„Was kann denn die Pflanzenzüchtung dagegenhalten?“
„Ich glaube, das ist ein Punkt, der total unterschätzt wird im Moment. Wir reden viel über Sicherheitspolitik. Zu Recht. Wir reden viel darüber, wie wir unsere Ausgaben in diesem Bereich steigern können. Ich glaube, das ist eine gute Entwicklung. Wir müssen aber auf der anderen Seite auch sehen und das hat die Korona Zeit gezeigt, dass Lieferketten unterbrochen werden können. Deswegen müssen wir uns mit der Frage einer resilienteren Landwirtschaft auch im Sinne einer Strategie bei der Entwicklung der Bewältigung der derzeitigen Krisen oder möglicherweise Krisen, die vor uns liegen. Damit müssen wir uns stärker beschäftigen.“
„Hat denn die Politik auf dem Schirm, dass das ein strategischer Punkt ist die Pflanzenzucht?“
„Das ist genau der Punkt, warum wir hier sind. Viele Politiker kommen tagtäglich an unseren Stand. Wir haben sehr viele Termine, sehr, sehr, sehr gute Gespräche. Und wir versuchen noch mal zu erläutern, dass wir im Moment in Deutschland und auch der EU sehr gut aufgestellt sind, aber dass eben Sorten und Saatgut eine strategische Ressource sind. Und es gilt nun, diese Voraussetzungen, die wir haben, auszubauen und zu erhalten.“
„Was hat denn die Pflanzenzüchtung mit der Bioökonomie zu tun, bzw.: Was kann sie für die Bioökonomie tun?“
„Also Pflanzenzüchtung ist erst mal extrem forschungsintensiv. 16 % unseres Umsatzes investieren wir in Forschung und Entwicklung. Natürlich geht es primär in der Pflanzenzüchtung um Ernährung, Ernährungssicherung. Das ist unser Schwerpunkt. Qualität, Ertragssteigerung, Resistenzen. Auf der anderen Seite überlegen wir uns aber auch, wie man die Pflanzen auch noch zur Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen wie zum Beispiel der Klimapolitik, Energiegewinnung nutzen kann. Und da kommt die Frage der Biogaseignung zum Beispiel vom Mais mit ins Spiel. Und so machen wir uns Gedanken darüber, wie wir die Pflanzen über die Ernährung und möglicherweise zusammen mit der Ernährung auch noch nutzen können.“
Vielen Dank für das Gespräch. Mehr zum Thema auf Bioökonomie.de.