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05.11.2018

Nutzung von Lignin ausbauen

Ein europäisches Forscherteam unter Mitwirkung Mainzer Chemiker will zeigen, welches Potenzial in dem pflanzlichen Rohstoff Lignin als Plattformchemikalie für die Industrie steckt.

Holz enthält den wertvollen und zugleich kostengünstigen Rohstoff Lignin.
Quelle: 
Pixabay

Lignin ist neben Cellulose der wichtigste pflanzliche Rohstoff. Derzeit wird das Biopolymer vor allem zur Energiegewinnung genutzt. Seine strukturgebenden Eigenschaften machen den Holzinhaltsstoff aber auch für die chemische Industrie interessant, inbesondere als Ausgangsstoff für neue biologisch nachhaltige Plattformchemikalien. Ein europäisches Forscherteam unter Beteiligung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz will die Möglichkeiten der kommerziellen Nutzung von Lignin für die Industrie weiter ausbauen. Das Projekt LIBERATE wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms für Forschung und Innovation Horizont 2020 mit insgesamt 10 Mio. Euro gefördert.

Anlage zur Extraktion von Basischemikalien aus Lignin 

Ziel des im Oktober gestarteten Projektes ist der Bau einer elektrochemischen Anlage zur Extraktion von Basischemikalien aus Lignin für die europäische Industrie. Daraus sollen Polymere oder Antioxidantien hergestellt werden, die bisher noch aus dem fossilen Rohstoff Erdöl bestehen. „Wir werden zu dem Vorhaben mit unserer Expertise bei der elektrochemischen Zerlegung von Lignin beitragen“, sagt der Mainzer Chemiker Siegfried Waldvogel. Die Arbeit des Teams wird mit 1 Mio. Euro im Rahmen des EU-Projektes LIBERATE unterstützt.

Quelle: 
Michael Zirbes, AK Waldvogel

Der pflanzliche Rohstoff Lignin kann unter anderem als Plattformchemikalie oder zur Herstellung von biobasiertem Kunststoff verwendet werden.

Industrie von Ölimporten unabhängig machen

Leiter des Projektes ist das private spanische Technikinstitut Leitat. Darüber hinaus sind Forschungszentren und Universitäten wie die Fraunhofer-Gesellschaft, die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO), die norwegische Forschungsorganisation SINTEF und die Universität von Alicante sowie große, aber auch kleinere Unternehmen an dem Vorhaben beteiligt. „Mit LIBERATE geht Europa einen Schritt weiter in Richtung auf ein zirkuläres Wirtschaftsmodell. Die Industrie wird weniger von importiertem Öl abhängig sein, und die Auswirkungen der Industrie auf die Umwelt werden durch eine Reduktion der CO2-Emissionen und eine höhere Energieeffizienz verringert“, sagte Angel Valdivielso, Technischer Projektmanager bei Leitat. 

bb

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