ZymeCO skaliert Enzyme für Erntereste
Das US-Start-up ZymeCO hat 4 Mio. US-Dollar für enzymbasierte Agrarprodukte eingesammelt. Im Fokus stehen Fermentationsenzyme, die Erntereste und organisches Material schneller abbauen sollen.
Nach der Ernte bleiben auf Feldern Stoppeln, Stroh und Pflanzenreste zurück. Sie können Böden schützen und Nährstoffe im Kreislauf halten, erschweren aber je nach Kultur und Boden auch die nächste Aussaat. Das Unternehmen ZymeCO will solche Reststoffe mit Enzymen schneller aufschließen. Dafür hat das Start-up eine Finanzierungsrunde über 4 Mio. US-Dollar abgeschlossen.
Das Geld soll in Produktion, Feldvalidierungen und Vermarktung fließen. Die Runde wurde von Planetary Technologies, vormals Bioeconomy Capital, geführt.
Fermentation statt lebender Mikroben
Bioökonomisch interessant ist der Ansatz, weil ZymeCO auf Enzyme aus biologischer Herstellung setzt. Die Plattform kombiniert nach Unternehmensangaben Enzymentdeckung, Pilzfermentation, Formulierung und agronomische Entwicklung. Enzyme sind Proteine, die biochemische Reaktionen beschleunigen. Anders als viele mikrobielle Biologika sind sie selbst keine lebenden Organismen und sollen nach dem Ausbringen organisches Material abbauen.
Für den Ackerbereich nennt ZymeCO TillZyme. Das Produkt nutzt nach Unternehmensangaben einen Fermentationsextrakt, der Erntereste nach der Ernte zersetzen soll. Daneben vermarktet ZymeCO Enzymprodukte für Rasenflächen, etwa zur Zersetzung organischer Filzschichten.
Wirkung im Feld noch zu belegen
Der Bedarf an besseren Verfahren ist plausibel: Eine aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt Erntereste als wichtigen Faktor für Bodenqualität, Nährstoffkreisläufe, Wasserhaushalt und Erträge. Zugleich betonen die Autoren, dass Effekte von Klima, Boden, Kulturfolge, Reststoffart und Bewirtschaftung abhängen. Genau hier liegt die offene Frage bei kommerziellen Enzymprodukten. Ob sie zuverlässig wirken, wirtschaftlich sind und Vorteile gegenüber Mulchen, Bodenbearbeitung oder anderen biologischen Produkten bringen, muss belegt werden.
Für ZymeCO geht es nun darum, die Enzymproduktion auszuweiten und die Anwendungen unter Feldbedingungen weiter zu prüfen. Für Bioökonomie und Landwirtschaft ist der Ansatz interessant, weil er biologische Verfahren in das Management von Ernteresten und Böden überträgt. Wie groß der praktische Nutzen im Ackerbau ist, lässt sich auf Basis der genannten Quellen jedoch noch nicht unabhängig bewerten.
ag