Waldbioökonomie mit regionaler Klimawirkung

Waldbioökonomie mit regionaler Klimawirkung

Technik, Beschäftigung und industrieller Wandel entscheiden mit darüber, wie waldbasierte Bioökonomie regional wirkt. Eine Analyse deutscher Landkreise zeigt Zusammenhänge mit CO₂-Emissionen.

Die Bärensteine im Elbsandsteingebirge in Sachsen, Deutschland von oben, Luftaufnahme
Wälder prägen viele Regionen als Kohlenstoffspeicher, Rohstoffquelle und Wirtschaftsfaktor. Eine neue Studie untersucht, wie waldbasierte Bioökonomie regional mit CO₂-Emissionen zusammenhängt.

Wälder sind Rohstoffquelle, CO₂-Speicher und Wirtschaftsfaktor zugleich. Wie stark eine waldbasierte Bioökonomie tatsächlich zur Senkung von Emissionen beitragen kann, ist jedoch schwer zu messen. Eine neue Studie im Fachjournal Forest Policy and Economics liefert nun eine regionale Analyse für Deutschland. Das Team um Lanjiao Wen untersuchte dafür Daten aus den Jahren 2000 bis 2021 für alle 401 Landkreise und kreisfreien Städte.

Im Zentrum steht nicht allein die Menge der genutzten Biomasse. Die Forschenden betrachteten auch technologische Innovationen, Größe der Bioökonomie, industrielle Modernisierung und Beschäftigung. Ausgewertet wurden die Daten mit einem räumlichen statistischen Modell, das auch Effekte zwischen benachbarten Regionen berücksichtigt.

Innovation wirkt über Regionen hinaus

Das Ergebnis fällt vorsichtig, aber relevant aus. Regionen mit technologischen Innovationen in der waldbasierten Bioökonomie können laut Studie geringere CO₂-Emissionen aufweisen. Eine Rolle spielen dabei industrielle Erneuerung und zusätzliche Beschäftigung in bioökonomischen Bereichen. Zugleich deuten die Daten auf Übertragungseffekte hin. Entwicklungen in einer Region können also auch Nachbarregionen beeinflussen.

Die Studie liefert keinen einfachen Ursache-Wirkungs-Beweis und ersetzt keine Ökobilanz einzelner Holzprodukte. Sie zeigt aber, dass Klimawirkungen der Bioökonomie regional gedacht werden müssen. Für Deutschland ist das relevant, weil Holz zu den wichtigsten nachwachsenden Rohstoffen zählt und Wälder zugleich unter Druck durch Klimawandel, Nutzungskonkurrenzen und steigende Rohstoffnachfrage stehen. Politische Strategien sollten daher Innovationen, Arbeitsmarkt und industriellen Umbau gemeinsam betrachten, folgert das Autoren-Team.

ag