Vom Lebensmittelrest ins irische Gasnetz
In Huntstown bei Dublin verarbeitet eine Biomethananlage Lebensmittelreste und andere Reststoffe zu Biomethan und Dünger. Als erste in Irland speist sie das Gas direkt ins nationale Netz ein.
In Irland wurde zum ersten Mal eine Biomethananlage direkt an das nationale Gasnetz angeschlossen. Am Standort von Bia Energy in Huntstown gelangt das dort erzeugte Biomethan über eine neue Einspeiseanlage unmittelbar in das Netz. Der irische Gasnetzbetreiber Gas Networks Ireland hat dafür das bestehende Leitungsnetz erweitert. In die Anlage wurden 90 Millionen Euro investiert.
Zum Vergleich: Deutschland speist Biomethan seit rund 20 Jahren ins Gasnetz ein. Im Jahr 2025 wurden hierzulande rund 10 Terawattstunden Biomethan ins Netz eingespeist. Das entspricht etwas mehr als einem Prozent des deutschen Gasverbrauchs. Irland will den Anteil von Biomethan am Gasverbrauch bis 2030 dagegen auf rund zehn Prozent steigern.
Lebensmittelreste werden zu Biomethan
Als Ausgangsstoffe nutzt Bia Energy unter anderem verpackte Lebensmittel mit kurzer Resthaltbarkeit sowie Überschüsse aus Handel und Gastronomie. Hinzu kommen organische Reststoffe aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.
In geschlossenen Behältern bauen Mikroorganismen die organischen Reststoffe ohne Sauerstoff ab. Bei diesem sauerstofffreien Prozess, auch als anaerobe Vergärung bezeichnet, entsteht Biogas mit einem hohen Methananteil. Dieses wird gereinigt und zu Biomethan aufbereitet, bevor es in das Gasnetz eingespeist wird. Als weiteres Produkt entsteht ein nährstoffreicher Gärrest, der als organischer Dünger genutzt werden kann. Die darin enthaltenen Nährstoffe gelangen so zurück in die Landwirtschaft. Nach Angaben von Bia Energy sollen die anfallenden Gärreste jährlich rund 3.000 Tonnen chemischen Dünger ersetzen können.
Bis zu 120 Gigawattstunden pro Jahr
Bei voller Auslastung soll die Anlage jährlich bis zu 120 Gigawattstunden Biomethan in das Gasnetz einspeisen. Der Anschluss ist Teil des geplanten Ausbaus der irischen Biomethanwirtschaft. Gas Networks Ireland hat nach eigenen Angaben Vereinbarungen mit sechs weiteren Produzenten geschlossen. Irland will die heimische Biomethanproduktion bis 2030 auf bis zu 5,7 Terawattstunden pro Jahr steigern. Mit dem direkten Netzanschluss kann das in Huntstown erzeugte Biomethan über die vorhandene Gasinfrastruktur im Land verteilt werden. Bia Energy plant derzeit eine weitere Biomethananlage im irischen County Kildare.
js