Salat aus Berlins größter Dachfarm

Salat aus Berlins größter Dachfarm

In Berlin-Lankwitz ist Deutschlands größte Dachfarm in Betrieb. Auf dem REWE-Markt wächst Salat hydroponisch und nahezu ohne Erde – betrieben von ECF Farmsystems und kombiniert mit einer wiederverwendbaren Holzkonstruktion.

REWE Markt in Berlin mit Dachfarm
Auf der gläsernen Dachfarm des REWE-Marktes in Berlin-Lankwitz wächst Salat in einem hydroponischen System nahezu ohne Erde.

Auf dem Dach eines Supermarkts in Berlin-Lankwitz wird jetzt Salat angebaut. REWE hat dort eine rund 2.760 Quadratmeter große Dachfarm in Betrieb genommen und Anfang August die ersten Pflanzen geerntet. Der darunterliegende Supermarkt war bereits im Mai eröffnet worden. Künftig sollen auf dem Dach jährlich bis zu 900.000 Salatmischungen produziert und rund 500 REWE-Märkte in der Hauptstadtregion beliefert werden.

Salat wächst nahezu ohne Erde

Für den Anbau setzt REWE auf Hydroponik. Dabei wachsen die Pflanzen ohne Ackerboden und werden über eine Nährlösung mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Die Salatpflanzen stehen auf speziellen Trays, die mehrmals täglich geflutet werden. Regenwasser wird in einer Zisterne gesammelt und für die Bewässerung genutzt. Zudem soll Abwärme des Supermarkts in die Versorgung der Dachfarm einbezogen werden. Nach rund 23 Tagen können die Salate geerntet werden.

Die Fachplanung der Dachfarm stammt vom Berliner Unternehmen ECF Farmsystems, das die Anlage auch betreibt. Das Unternehmen entwickelt Systeme für die Lebensmittelproduktion in Städten und hat bereits weitere Dachfarmen umgesetzt. Dazu gehört auch die Anlage auf dem ersten Green-Farming-Markt von REWE in Wiesbaden-Erbenheim. Dort wachsen seit 2021 Basilikumpflanzen in einem Aquaponik-System, bei dem Pflanzenproduktion und Fischzucht miteinander gekoppelt sind. In Berlin konzentriert sich die Anlage dagegen auf den hydroponischen Salatanbau.

Markthalle aus wiederverwendbaren Holzelementen

Auch das Gebäude selbst setzt auf einen nachwachsenden Rohstoff. Rund 1.800 Kubikmeter heimisches Nadelholz wurden für das Tragwerk der Markthalle verbaut. 72 Stützen mit übereinander angeordneten Holzbalken bilden die charakteristische Konstruktion. Die standardisierten Elemente sind verschraubt und so ausgelegt, dass sie bei einem späteren Rückbau demontiert und erneut verwendet werden können. Nach Angaben von REWE sind im verbauten Holz rund 930 Tonnen CO₂-Äquivalente gespeichert.

Damit verbindet der Berliner Markt zwei Ansätze für einen ressourcenschonenderen Umgang mit biologischen Rohstoffen: die lokale Lebensmittelproduktion auf bereits bebauter Fläche und den Einsatz von Holz in einer auf Wiederverwendung ausgelegten Gebäudekonstruktion.

ag