Rubi skaliert Textilfasern aus CO2

Rubi skaliert Textilfasern aus CO2

Das US-Start-up Rubi rückt der Markteinführung seiner CO2-basierten Textilfasern näher. Seine Enzymtechnik verwandelt das Treibhausgas in Cellulose und könnte so fossile Rohstoffe in der Modebranche ersetzen.

Cellulose Masse
Das Bild zeigt eine generische cellulosebasierte Masse. Rubi arbeitet daran, vergleichbare Ausgangsstoffe für Textilfasern mithilfe von CO2 und Enzymen herzustellen.

Das kalifornische Start-up Rubi will Kohlendioxid nicht nur vermeiden, sondern als Rohstoff für Materialien nutzen. Wie das Unternehmen Mitte März mitteilte, hat es in einer neuen Finanzierungsrunde 7,5 Mio. US-Dollar eingeworben. Zugleich meldet Rubi mehrjährige Abnahmezusagen von über 60 Mio. US-Dollar. Mit der neuen Finanzierung soll die Technik vom Pilotmaßstab in eine industrielle Demonstrationsanlage überführt werden. Für die Bioökonomie ist das vor allem deshalb interessant, weil Rubi auf einen der wichtigsten Naturpolymere zielt: Cellulose, die sich anschließend zu Fasern, Garnen und Textilien weiterverarbeiten lässt.

Cellulose ohne Holz

Bei klassischen Zellulosefasern stammt der Kohlenstoff meist aus Holz. Rubi verfolgt dagegen einen anderen Ansatz: Ein zellfreies Enzymsystem nimmt CO2 aus Abgasströmen auf und wandelt es in einen cellulosebasierten Rohstoff um. Nach Angaben des Unternehmens kann dieser in bestehende Prozesse für Fasern wie Lyocell oder Viskose eingebunden werden. Der Ansatz verbindet also Kohlenstoffnutzung, Biokatalyse und Materialproduktion. Das passt zu einem Feld, in dem Enzyme und andere biotechnologische Verfahren schon heute neue Fasern und Werkstoffe ermöglichen. Zugleich verspricht Rubi, dass die Herstellung modular aufgebaut werden kann und damit näher an industriellen Standorten möglich wäre.

Jetzt muss die Skalierung tragen

Die nächste Etappe wird zeigen, ob sich aus der technologischen Idee ein tragfähiges Geschäft entwickeln lässt. Das Signal aus dem Markt ist positiv, doch nun kommt es auf stabile Nachfrage und die Umsetzung im größeren Maßstab an. Nach Angaben des Unternehmens stieg die Zahl der kommerziellen Partnerschaften 2025 von sieben auf 15. Neben Modepartnern kamen auch Pilotprojekte in den Bereichen Konsumgüter und Luftfahrt hinzu. Für Rubi beginnt damit die entscheidende Phase: Die Enzymkaskade muss nun nicht nur im Labor und Pilotmaßstab funktionieren, sondern auch in größeren Mengen, zu wettbewerbsfähigen Kosten und mit gleichbleibender Materialqualität. Gelingt das, könnte aus CO2 eine neue Quelle für Cellulosematerialien werden, die bestehende Lieferketten ergänzt und den Druck auf holzbasierte Rohstoffe mindert.

ag