Pflanzenreste werden zu Klebstoffen für Holzplatten

Pflanzenreste werden zu Klebstoffen für Holzplatten

Im EU-Projekt Circular-C entstehen Klebstoffe, Beschichtungen und Dämmstoffe aus Lignin, Cellulose und Hemicellulose. Erste Tests zeigen, wie Holzplatten besser recycelt werden könnten.

Prozessgrafik von Circular C
Circular-C untersucht, wie Holz und agrarische Reststoffe in biobasierte Bausteine für Materialien und Bauprodukte überführt werden können.

Damit Holz- und Faserplatten besser recycelt werden können, reicht es nicht, nur auf den Rohstoff zu schauen. Entscheidend sind auch die Bindemittel, Beschichtungen und Zusatzstoffe, die Materialien zusammenhalten oder ihnen bestimmte Eigenschaften geben. Das EU-Projekt Circular-C entwickelt deshalb aus pflanzlichen Reststoffen biobasierte Klebstoffe, Beschichtungen, Fasern und Schäume, die Bau- und Möbelplatten kreislauffähiger machen sollen.

Zwischenstand nach dem ersten Projektjahr

Nach dem ersten Projektjahr meldet das Konsortium Materialfortschritte. Buchen- und Birkenholz, Weizenstroh und Miscanthus wurden in Zellstoff, Hemicellulose-Zucker und Lignin aufgetrennt. Aus diesen Fraktionen entwickeln die Partner Bausteine für Harze, Beschichtungen und Dämmstoffe. Lignin wird chemisch angepasst; aus Hemicellulose-Zuckern sollen unter anderem Furfural und Maleinsäureanhydrid entstehen.

Circular-C arbeitet an ligninbasierten Duroplast-Klebstoffen als Ersatz für Phenol- und Formaldehyd-Komponenten, an thermoreversiblen Klebstoffen und an biobasierten Beschichtungen für Holz- und Faserplatten. Auch Dämmstoffe, die ohne Polyurethan auskommen werden untersucht: Dafür soll Lignin mit cyclischen Carbonaten zu Schaumstrukturen reagieren.

Recycling wird mitentwickelt

Die neuen Formulierungen werden mit Blick auf Demontage, mechanische Auftrennung und mögliche Sekundärmärkte entwickelt. Erste Tests mit minderwertigen Recyclingströmen zeigen, dass daraus unter anderem Papierbögen oder geformte Celluloseprodukte entstehen könnten. Parallel entsteht ein digitaler Produktpass, der Materialdaten, Herkunft und Recyclinghinweise verfügbar machen soll.

Beteiligt sind zehn Partner aus sieben Ländern; koordiniert wird das über Horizon Europe geförderte Vierjahresprojekt von VITO. Nach dem ersten Projektjahr liegen erste Material- und Prozessansätze vor. Dazu zählen ligninbasierte Klebstoffe, die relevante Leistungsstandards erreichen, selbstverlöschende Beschichtungen sowie antibakterielle Lignin-Nanopartikeldispersionen. In den kommenden Monaten sollen Prozesse, Materialformulierungen, Recyclingwege und Produktinformationssysteme weiter optimiert und ausgewählte Ergebnisse für eine größere Validierung vorbereitet werden.

ag