Papierverpackung bekommt biobasierte Barriere
UPM und Paramelt haben ein papierbasiertes Verpackungskonzept für Backwaren, Fast Food und Snacks vorgestellt. Die biobasierte Beschichtung soll Fett abhalten, recyclingfähig bleiben und bestehende Linien nutzen.
Fetthaltige Backwaren, Fast-Food-Produkte und Snackverpackungen gelten als schwierige Fälle für Papier. Damit Tüten, Wraps oder Beutel nicht durchweichen, kommen oft Kunststoffschichten oder fluorierte Barrieren zum Einsatz. UPM Specialty Materials und Paramelt haben nun ein papierbasiertes Verpackungskonzept vorgestellt, das genau hier ansetzt. Die Kombination aus Barrierepapier und biobasierter Beschichtung soll starken Fettschutz liefern und zugleich besser zu Recycling- und Kompostierpfaden passen.
Papier und PHA in dünner Schicht
Im Zentrum stehen spezielle Verpackungspapiere von UPM, die sich mit zusätzlichen Barriereeigenschaften ausstatten lassen. Dafür werden sie mit einer wasserbasierten Beschichtung von Paramelt kombiniert, die biologisch abbaubare Bestandteile enthält. Laut UPM eignet sich das Konzept für Backwaren sowie trockene und fettige Lebensmittel. Wichtig für die Praxis ist, dass die Beschichtung bei niedrigen Auftragsmengen auskommt und auf bestehenden Verpackungslinien funktionieren soll. Nach Angaben der Partner wurde für die gezeigten Verpackungsmaterialien bereits bestätigt, dass sie im Papierkreislauf recycelbar sind. Die UPM-Barrierepapiere sind zudem industriell und heimkompostierbar zertifiziert. Für die Beschichtung nennt das Unternehmen einen biobasierten Anteil von 90 Prozent auf Basis einer PHA-Dispersion. Interne Tests zeigen demnach, dass auch die Materialkombination die Zerfallskriterien gängiger Heimkompost-Protokolle erfüllt.
Vom Konzept zur industriellen Option
Für die Bioökonomie interessant ist auch der Kontext. UPM entwickelt solche Lösungen nicht als Einzelprojekt, sondern baut sein Portfolio gezielt als Plattform für gemeinsam entwickelte Faserverpackungen aus. 2025 meldete das Unternehmen Recyclingzertifizierungen für seine Barriere- und Barrier-Base-Papiere in Europa und den USA. Bereits 2024 stellte UPM zusammen mit Eastman ein weiteres Papierkonzept mit biobasierter und kompostierbarer Beschichtung für Lebensmittel vor. Auch die Skalierungsfrage spielt hier eine Rolle. UPM Specialty Materials verweist auf vier Werke in Finnland, Deutschland und China sowie rund 2,0 Millionen Tonnen Produktionskapazität im Jahr. Das erhöht die Chance, dass erfolgreiche Materialkonzepte nicht im Pilotstadium stecken bleiben.
Der neue Ansatz mit Paramelt ist noch kein Massenprodukt, sondern zunächst ein Konzept, das nun im Markt zeigen muss, ob sich Leistung, Kosten und Verarbeitung im industriellen Alltag bewähren. Gerade für Anwendungen, bei denen Papier bisher an Fettbarrieren scheitert, könnte genau diese Art dünner, biobasierter Funktionsschicht ein wichtiger Hebel sein.
ag