Neuer Förderaufruf stärkt KMU in der industriellen Biotechnologie
Mit einem neuen Förderaufruf unterstützt das BMFTR Eureka-Netzwerkprojekte in der industriellen Biotechnologie. Im Fokus stehen KMU, die biobasierte Verfahren und Produkte gemeinsam in die Anwendung bringen wollen.
Biotechnologische Verfahren sollen fossile Rohstoffe ersetzen, CO2 nutzen oder neue Lebensmittel ermöglichen. Doch viele Ansätze scheitern nicht an der Idee, sondern am Schritt in Richtung industrieller Umsetzung. Genau dort setzt ein neuer Förderaufruf des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) an. Unter dem Titel „Europäische Zusammenarbeit in der industriellen Biotechnologie“ verknüpft er die deutsche Förderung mit dem Eureka „Biotech Call for Network Projects“ und der Rahmenbekanntmachung „Zukunftstechnologien für die industrielle Bioökonomie“.
KMU stehen im Mittelpunkt
Gefördert werden anwendungsorientierte, vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der industriellen Biotechnologie mit einem signifikanten Beitrag kleiner und mittlerer Unternehmen. Eine KMU-Beteiligung auf deutscher Seite ist Voraussetzung für eine Förderung. Inhaltlich geht es um nachhaltige Bioprozesse für die Industrie, neuartige bioökonomische Produkte und disruptive Ansätze der industriellen Bioökonomie. Als Beispiele nennt der Aufruf Verfahren auf Basis biogener Reststoffe, CO2 oder Sekundärrohstoffe, die biotechnologische Herstellung von Plattform- und Feinchemikalien, innovative Inhaltsstoffe und Additive sowie neue Lebensmittel aus Präzisionsfermentation oder der Zellkultivierung tierischer Zellen. Voraussetzung ist ein Konsortium aus mindestens zwei Partnern aus zwei beteiligten Eureka-Ländern.
Von der Skizze zur Anwendung
Der Aufruf ist klar auf Transfer ausgerichtet. Die geförderten Vorhaben sollen einen erkennbaren Fortschritt beim technologischen Reifegrad erreichen. Antragstellende müssen deshalb angeben, von welchem TRL sie starten und welchen Reifegrad sie im Projekt erreichen wollen. Das passt zur Hightech Agenda Deutschland, in der Biotechnologie als eine von sechs prioritären Schlüsseltechnologien genannt wird.
Das Antragsverfahren läuft in zwei Stufen. Zuerst reichen die internationalen Konsortien ihre Projektskizze in englischer Sprache über das Eureka-Portal ein. Erst danach folgt für die ausgewählten deutschen Partner der nationale Förderantrag. Begleitend verweist das Eureka-Büro des BMFTR auf Matchmaking-Angebote, etwa beim Swiss Biotech Day und beim Global Innovation Summit in Basel. Für KMU, die biobasierte Chemikalien, Inhaltsstoffe oder neue Fermentationsverfahren gemeinsam mit europäischen Partnern voranbringen wollen, ist der Aufruf damit nicht nur ein Förderhinweis. Er ist auch ein Signal, dass industrielle Bioökonomie in Europa stärker über Ländergrenzen hinweg entwickelt werden soll.
ag