Neue Allianz soll biobasierte Produkte voranbringen

Neue Allianz soll biobasierte Produkte voranbringen

Die EU-Kommission startet neue Schritte zur Umsetzung ihrer Bioökonomie-Strategie. Eine Allianz soll Nachfrage bündeln, Investitionen absichern und den Markthochlauf biobasierter Produkte erleichtern.

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Die Bio-based Europe Alliance soll Anbieter und Abnehmer biobasierter Produkte in Europa stärker zusammenbringen.

Die EU-Kommission will die neue europäische Bioökonomie-Strategie schneller umsetzen. Am 10. Juni hat sie dafür drei Bausteine vorgestellt: die Bio-based Europe Alliance (BEA), die Bioeconomy Investment Deployment Group (BIDG) und eine Expertengruppe der Mitgliedstaaten. Sie sollen ein Problem adressieren, das biobasierte Innovationen ausbremst. Neue Materialien, Chemikalien oder Verfahren entstehen oft in Pilotanlagen. Der Schritt in industrielle Produktion und breite Märkte bleibt schwierig.

Eine zentrale Rolle übernimmt nun die Bio-based Europe Alliance. Unternehmen und weitere Akteure können bis zum 31. Juli 2026 ihr Interesse an einer Beteiligung bekunden. Offiziell starten soll die Allianz am 21. Oktober beim Global Bioeconomy Summit in Dublin.

Nachfrage soll Anlagen absichern

Die Allianz soll Nachfrage bündeln. Geplant ist eine digitale Plattform, auf der Anbieter biobasierter Materialien, Produkte und Technologien mit großen europäischen Abnehmern zusammengebracht werden. Die Kommission zielt bis 2030 auf Zusagen im Umfang von 10 Mrd. Euro. Solche Zusagen sollen Investitionen in kapitalintensive Anlagen besser absichern.

Adressiert werden unter anderem biobasierte Kunststoffe und Polymere, Fasern und Textilien, Chemikalien, Bauprodukte sowie Düngemittel und Pflanzenschutzprodukte. Auch Bioraffinerien, moderne Fermentation und die Speicherung biogenen Kohlenstoffs werden genannt. Die Plattform soll dabei keine Handelsbörse und kein Raum für Preisabsprachen sein. Unternehmen sollen erwartete Bedarfe und Produktmengen nur anonymisiert oder gebündelt einbringen. So kann Nachfrage sichtbar werden, ohne dass sensible Geschäftsdaten offengelegt werden.

Kapital und Strategie verknüpfen

Parallel läuft die bereits gestartete Bioeconomy Investment Deployment Group weiter. Über diese Investorengruppe hatte bioökonomie.de bereits berichtet. Sie soll Banken, Förderinstitute, Risikokapitalgeber und institutionelle Investoren stärker für biobasierte Industrieprojekte zusammenbringen. Neu ist nun, dass die Kommission Finanzierungsfragen mit einer zweiten Hürde verknüpft: Ohne verlässliche Nachfrage bleiben Investitionen in große Anlagen riskant.

Parallel richtet die Kommission eine Expertengruppe zur Bioökonomie ein. Sie soll Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der Strategie unterstützen und regionale Strategien vernetzen. Für Europas Bioökonomie ist die Initiative vor allem ein Umsetzungssignal. Nach Strategiepapieren und Pilotprojekten rücken Nachfrage, Kapital und politische Abstimmung stärker in den Vordergrund.

ag