Metsä Group startet Demoanlage für neues Ligninprodukt

Metsä Group startet Demoanlage für neues Ligninprodukt

In Äänekoski (Finnland) hat die Metsä Group eine Demonstrationsanlage gestartet, die Lignin aus der Zellstoffproduktion zu einem neuen Produkt namens Metsä LigO verarbeitet. Technikpartner ist ANDRITZ, als Anwendung stehen biobasierte Additive für Beton und Gips im Fokus.

Bioproduct Mill der Metsä Group in Äänekoski
In der Demoanlage am Bioproduct Mill in Äänekoski wird Lignin zu einem veredelten Bioprodukt weiterverarbeitet, das fossile Additive ersetzen soll.

Lignin fällt in der Zellstoffproduktion in großen Mengen an und wird bislang häufig vor allem energetisch genutzt. Metsä Group will den Holzbestandteil nun stärker stofflich verwerten. Am finnischen Standort Äänekoski ist dafür eine Demonstrationsanlage in Betrieb gegangen, die Lignin als biogenen Rohstoff nutzt und zu einem höherwertigen Produkt aufbereitet.

Zwei Tonnen pro Tag als Schritt Richtung Industrie

Die Anlage hat eine Nennkapazität von rund zwei Tonnen Metsä LigO pro Tag. Im Demo-Maßstab soll sie vor allem zeigen, dass der Prozess im Dauerbetrieb stabil läuft, die Produkteigenschaften reproduzierbar erreicht werden und die Qualität für spätere Anwendungen ausreicht. Die Partner sammeln dabei Daten zu Betrieb, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Wenn die Ergebnisse überzeugen, könnte als nächster Schritt eine Produktionsanlage im Industriemaßstab geplant werden.

Biobasierte Dispergiermittel für Beton und Gips

Technologiepartner ist ANDRITZ. Das Unternehmen liefert die Aufbereitung über das LigniOx-Verfahren, bei dem das Lignin aus dem Prozessstrom gewonnen und durch oxidative Modifizierung funktionalisiert wird. Als wichtiger Entwicklungspartner ist der Werkstoffspezialist Dow beteiligt. Im Mittelpunkt stehen ligninbasierte Dispergiermittel, die in Beton und Gips als Plastifizierer wirken können. Solche Additive beeinflussen unter anderem Fließverhalten und Verarbeitbarkeit und könnten petrochemische Komponenten in Baustoffrezepturen teilweise ersetzen. Damit adressiert das Projekt einen großen Anwendungsmarkt und verbindet Reststoffnutzung mit Klimaschutzpotenzial.
ag