KI sucht neue Enzyme in Mikroben

KI sucht neue Enzyme in Mikroben

bitBiome hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Mittel sollen eine Plattform stärken, die mikrobielle Vielfalt mit KI für neue Enzyme und Bioprodukte erschließt.

Firmenlogo von bitBiome
bitBiome entwickelt eine Plattform, die mikrobielle Biodiversität mit KI-gestützten Verfahren für neue Enzyme und Bioprodukte nutzbar machen soll.

Mikroorganismen leben in Böden, Gewässern, heißen Quellen und vielen anderen Lebensräumen. In ihren Genomen steckt eine enorme Vielfalt an Bauplänen für Enzyme, Proteine und Stoffwechselwege. Das japanisch-amerikanische Biotech-Unternehmen bitBiome will diese Vielfalt systematisch für die industrielle Biotechnologie nutzbar machen. Dafür hat das Unternehmen nun eine Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Nach Angaben von bitBiome steigt die bisher eingeworbene Summe aus Eigenkapital und Fördermitteln damit auf mehr als 45 Mio. US-Dollar. Die neuen Mittel sollen vor allem die Plattform für die Entdeckung und Entwicklung mikrobieller Enzyme, Produktionsstämme und biobasierter Produkte stärken. Neben Bioinformatik und maschinellem Lernen setzt bitBiome auf eigene Technologien zur Einzelzell-Genomanalyse von Mikroorganismen.

Datenbank für die Bioproduktion

Kern der Plattform ist die Datenbank bit-GEM. Sie enthält nach Unternehmensangaben mehr als 3 Mrd. DNA-Sequenzen, die vor allem aus Umweltproben stammen und zu großen Teilen nicht in öffentlichen Datenbanken enthalten sind. Solche Datensätze können helfen, Enzyme zu finden, die mit klassischen Suchmethoden schwer zugänglich wären. Ergänzend nutzt bitBiome KI-gestützte Modelle und Hochdurchsatzverfahren, um Enzyme, Stoffwechselwege und mikrobielle Produktionsstämme weiterzuentwickeln.

Entscheidend ist dabei nicht allein die abgeschlossene Finanzierungsrunde, sondern der technologische Ansatz dahinter. bitBiome adressiert mit seiner Plattform mehrere Felder, in denen neue Enzyme und mikrobielle Produktionssysteme gebraucht werden, darunter industrielle Biotechnologie, Pharma, Life Sciences, Synthetische Biologie und moderne Bioproduktion. Konkrete neue Produkte oder Markteinführungen nennt das Unternehmen in der aktuellen Meldung nicht. Interessant bleibt die Entwicklung dennoch, weil sie zeigt, wie sich bislang schwer zugängliche mikrobielle Vielfalt künftig schneller in nutzbare Bioprozesse übersetzen lassen könnte.

ag