IEA-Report sieht biobasierte Rohstoffe in mehreren Innovationsfeldern

IEA-Report sieht biobasierte Rohstoffe in mehreren Innovationsfeldern

Der neue Energie-Innovationsreport der IEA richtet den Blick vor allem auf Batterien, Netze und Wasserstoff. Für Bioöl, Flugkraftstoffe und Batteriematerialien aus Biomasse setzt der Report klare Zukunftssignale.

Eröffnung der Pilotanlage ERA ONE
Die Eröffnung der ERA ONE-Anlage von INERATEC steht für einen Ansatz, bei dem biogenes CO₂ als Kohlenstoffquelle für synthetische Kraftstoffe eingesetzt wird.

Mit dem Report „The State of Energy Innovation 2026“ legt die Internationale Energieagentur (IEA) einen breit angelegten Überblick über aktuelle Entwicklungen der Energiewende vor. Darin zeigen sich auch Anknüpfungspunkte zur Bioökonomie, etwa bei Bioöl aus Holzresten, nachhaltigen Flugkraftstoffen und Batteriematerialien auf Biomassebasis.

Wo der Report biogene Rohstoffe verortet

Als besonders greifbares Beispiel nennt die IEA die kanadische Anlage Chuntoh Ghuna von Arbios Biotech. Sie soll 25.000 Tonnen trockene Holzreste pro Jahr in 50.000 Barrel Bioöl umwandeln und gilt laut Bericht als weltweit größte Anlage zur hydrothermalen Verflüssigung, also zur Umwandlung von Biomasse in ein ölartiges Zwischenprodukt. Solche Prozesse beschreibt die IEA als Weg, Restbiomasse in kohlenstoffärmere Kraftstoffe und industrielle Einsatzstoffe zu überführen. Auch bei nachhaltigen Flugkraftstoffen taucht Biomasse klar auf. In den von der IEA beobachteten Technologiemeilensteinen nennt sie Raffinerien, deren Energieinhalt aus Strom, lignocellulosehaltiger Biomasse oder Algen stammt.

Mehr als Kraftstoff, aber nicht das Leitthema

Aus Bioökonomie-Sicht interessant ist zudem, dass der Bericht Biomasse nicht nur als Energieträger behandelt. Er erwähnt auch Batterie-Graphit aus erneuerbarer Biomasse. CarbonScape meldete demnach 2025 eine hohe Ausbeute bei der Aufbereitung von biomassebasiertem Graphit für Batterieanoden. Hinzu kommen Kraftstoffpfade mit biogenem Kohlenstoff. So verweist die IEA auf die deutsche Anlage ERA ONE von INERATEC, die biogenes CO2 und Wasserstoff nutzt, um synthetische Kraftstoffe herzustellen. Genau darin liegt die wichtigste Einordnung des Reports. Bioökonomische Lösungen sind im Innovationsmix sichtbar, sie stehen im Bericht aber nicht im Zentrum. Für Bioökonomie.de ist der Report deshalb vor allem als Signal interessant, dass nachwachsende Rohstoffe und biogener Kohlenstoff an mehreren strategischen Schnittstellen des Energiesystems präsent bleiben.

ag