German Biotech Days 2026: Biotechnologie als Schlüsseltechnologie

German Biotech Days 2026: Biotechnologie als Schlüsseltechnologie

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär besuchte die German Biotech Days am 21. und 22. April 2026 in Leipzig. Sie eröffnete das jährliche nationale Forum für die deutsche Biotechnologie-Branche und informierte sich bei einem Rundgang über besondere Erfolgsprojekte der Schlüsseltechnologie.

Ministerin Dorothee Bär auf den German Biotech Days 2026
Am BMFTR-Stand erläutert Projektleiter Sebastian Rakers Ministerin Dorothee Bär die Vorteile von Lachs aus Zellkultur.

An den diesjährigen German Biotech Days trafen sich über 900 Teilnehmende aus mehr als 30 Nationen. Vertreten waren Akteur:innen aus Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Förderinstitutionen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gab mit einem Stand und zwei Forschungssymposien Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte. 

Gute Ideen sollen gute Produkte werden

In ihrer Eröffnungsrede betonte Ministerin Bär die zentrale Rolle der Biotechnologie. Als eine von sechs Schlüsseltechnologien der „Hightech Agenda Deutschland“ ist die Biotechnologie Teil der Innovationsoffensive der Bundesregierung. „Wir wollen Deutschland zum innovativsten Standort der Welt machen. Nur wenn wir die Latte hochlegen, können wir zeigen, dass wir hoch springen können“, erklärte Bär. Die Biotechnologie eröffne große Chancen für Industrie, Medizin, Landwirtschaft und Ernährung. Wichtig sei nun insbesondere der Transfer: „Gute Ideen sollen gute Produkte werden.“

In ihrer Rede erwähnte die Ministerin an erster Stelle ein Beispiel, das ihr zuvor bei ihrem Rundgang vorgestellt wurde: das Bioökonomie-Forschungsprojekt „SALMON-Boost“. Dabei geht es um die biotechnologische Produktion von Lachs aus Zellkultur. Dies ist eine Zukunftstechnologie der Lebensmittelbranche, made in Germany. Sie verspricht gesunde Lebensmittel, Tierleid zu vermeiden und resiliente Wertschöpfungsketten. Das 2020 gegründete Startup Bluu Seafood plant, den Markt mit proteinreichen, hochwertigen Fischalternativen zu revolutionieren, frei von Verunreinigungen, Allergenen und Mikroplastik.

Zwei Forschungssymposien zur Biotechnologie und Bioökonomie

Wie in den Vorjahren hat der Projektträger Jülich zum Programm der German Biotech Days beigetragen und im Auftrag des BMFTR neben dem Stand zwei Forschungssymposien gestaltet. Dort konnten sich die Teilnehmenden über aktuelle Projekte und Fördermaßnahmen informieren und gemeinsam diskutieren:

  • “Get Innovations Off the Ground! Biotechnology for Resilient Production Platforms” – hier wurden Projekte aus der Bioökonomie-Förderung vorgestellt. Neben Lachsfleisch aus Zellkulturen ging es um Leder-Alternativen aus Algen und Hanf, sowie ein Forschungsprojekt, bei dem das Treibhausgas CO2 als Ressource für Plattform-Chemikalien dient.
  • “BMFTR Science Slam – Battle of the Winners – GO-Bio next was Only the Beginning” – hier sind die sechs Preisträger der ersten Runde „GO-BIO next“ im Science Slam gegeneinander angetreten. Es ging unter anderem um Operationen am schlagenden Herzen und „schlafende“ Tumorzellen, die jederzeit wieder aktiv werden können.

Ulrike Roll, Projektträger Jülich