Finnisches Projekt erprobt transparente Folien aus Cellulose
VTT und LUT University haben cellulosebasierte Folien und Beschichtungen im Pilotmaßstab erprobt. Sie sollen Kunststoffe in Verpackungen ersetzen und ins Faserrecycling passen.
Eine klare Folie umschließt eine Lebensmittelverpackung. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie Kunststoff. In einem finnischen Forschungs- und Industrieprojekt besteht sie jedoch aus Cellulose, also aus einem der häufigsten Naturstoffe der Erde. Das Material soll Verpackungen schützen und zugleich besser zu Papier-, Karton- und Faserrecycling passen.
Die Arbeiten stammen aus dem Projekt F3 Films for Future von VTT und LUT University. Nach Angaben von VTT wurde das Vorhaben im März 2026 abgeschlossen. Beteiligt waren 34 Industriepartner, gefördert wurde es aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Im nächsten Schritt geht es darum, die entwickelten Folien und Beschichtungen weiter in Richtung industrieller Anwendungen zu bringen.
Cellulose als transparente Barriere
Aus gelöster Cellulose entstehen eigenständige Folien oder dünne Schichten auf Papier und Karton. Die Filme sollen mechanisch stabil sein und Sauerstoff ähnlich gut zurückhalten wie herkömmliche Kunststoffe. VTT nennt für die Folien eine Sauerstoffdurchlässigkeit von weniger als 1 Kubikzentimeter pro Quadratmeter und Tag bei 23 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Luftfeuchte. Für Beschichtungen werden noch niedrigere Sauerstoffwerte sowie eine hohe Fettbarriere angegeben.
Ob solche Materialien in vorhandene Anlagen passen, ist für die Industrie entscheidend. Im Projekt wurde die Verarbeitung unter anderem mit Blick auf Thermoformen erprobt. Die Folien sollen als transparentes Verpackungsmaterial nutzbar sein und biologisch abbaubar bleiben. Die Beschichtungen zielen auf Papier- und Kartonverpackungen, die im Faserrecycling bleiben sollen.
Feuchtigkeit bleibt eine Hürde
Der Ansatz passt zu einem Trend, der durch neue Verpackungsregeln in Europa stärker wird. Hersteller suchen Materialien, die fossile Kunststoffe reduzieren, ohne Produktschutz und Haltbarkeit zu verschlechtern. Als erste Anwendungen nennt VTT Verpackungen für trockene Lebensmittel, Backwaren und faserbasierte Verpackungen, die eine transparente Barriere brauchen.
Marktreif ist die Technologie damit noch nicht. In der nächsten Phase sollen die Materialien weiter skaliert und vor allem unter feuchten Bedingungen verbessert werden. Das ist entscheidend, weil Cellulose wasserempfindlich ist und Barrierewerte im Alltag stark von Luftfeuchte und Packgut abhängen. Das Projekt F3 Films for Future zeigt dennoch, dass Cellulosefolien weiter sind als reine Laborversuche.
ag