FDCA öffnet den Weg in neue Materialwelten

FDCA öffnet den Weg in neue Materialwelten

Die Chemiespezialisten Avantium und Will & Co wollen den biobasierten Kunststoffbestandteil FDCA über den Verpackungsbereich hinaus in Lacke, Klebstoffe und weitere Anwendungen bringen. Das stärkt den Markteinstieg der Technologie.

Releaf Behälter Serie
Releaf-Behälter zeigen mögliche Anwendungen von Avantiums FDCA. Der biobasierte Baustein soll nun auch für Lacke, Klebstoffe und weitere Materialien genutzt werden.

Avantium will den biobasierten Baustein 2,5-Furandicarbonsäure (FDCA) gemeinsam mit dem Spezialchemikalienhändler Will & Co in Anwendungen für Beschichtungen, Klebstoffe, Dichtstoffe und Elastomere bringen. Neu daran ist weniger die Chemie selbst als die Marktöffnung. Bislang wurde FDCA vor allem als Ausgangsstoff für den Kunststoff PEF diskutiert. Nun rückt ein breites Feld industrieller Anwendungen in den Vordergrund, in dem Formulierungen, Vertrieb und kundenspezifische Beratung besonders wichtig sind.

Mehr als ein Baustein für PEF

FDCA wird aus pflanzlichen Zuckern hergestellt. Avantium nutzt dafür seine patentierte YXY-Technologie, die komplexere Zucker in einfache Monomer umwandelt. Laut Unternehmen kann FDCA in Harzen, Tensiden und Vorprodukten für Polyurethane eingesetzt werden. Daraus entstehen unter anderem Lacke, Klebstoffe, Bodenbeläge, Dichtstoffe oder Bauteile für Fahrzeuge und das Bauwesen. Auch wissenschaftlich wächst die Basis. Studien zeigen, dass sich FDCA in Alkydharzen für Beschichtungen einsetzen lässt und dort wettbewerbsfähige Materialeigenschaften erreichen kann. Das ist wichtig, weil CASE-Anwendungen meist andere Anforderungen haben als Verpackungen. Entscheidend sind hier etwa Haftung, Beständigkeit, Verarbeitbarkeit und eine stabile Rohstoffversorgung.

Von der Pilotanlage in den Industriemaßstab

Avantium betreibt seit 2011 eine Pilotanlage in Geleen und arbeitet seit 2024 mit der in Delfzijl eröffneten ersten kommerziellen FDCA-Anlage am Übergang in den Industriemaßstab. Die Anlage befindet sich in der Anfahrphase und ist auf eine Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt. Die Kooperation mit Will & Co zeigt, dass FDCA nicht nur als Verpackungsbaustein für PEF gedacht ist. Wenn sich der Stoff parallel in mehreren Anwendungsfeldern etabliert, könnten Absatz, Lernkurven und Investitionssicherheit der gesamten Wertschöpfungskette schneller wachsen. So wird FDCA zu einem breiter einsetzbarer Baustein für industrielle Formulierungen.

ag