Erneuerbare Kraftstoffe stoßen auf Kapazitätslücke
Deutschland wird künftig deutlich mehr erneuerbare Kraftstoffe benötigen. Eine Analyse des DBFZ zeigt, dass die heimischen Produktionskapazitäten dafür bislang nicht ausreichen.
Wie stark wächst der Bedarf an erneuerbaren Kraftstoffen in Deutschland und kann die heimische Produktion mithalten? Eine Analyse des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) zeigt eine deutliche Lücke. Schon 2030 könnten im Straßenverkehr etwa 300 bis 400 Petajoule (PJ) erneuerbare Kraftstoffe benötigt werden. Dem stehen derzeit Produktionskapazitäten von nur knapp über 200 PJ gegenüber.
Hintergrund ist die Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungs-Quote. Sie verpflichtet Anbieter fossiler Kraftstoffe, die damit verbundenen Treibhausgasemissionen schrittweise zu senken. Mit den neuen Vorgaben steigt auch die Bedeutung fortschrittlicher und abfallbasierter Biokraftstoffe.
Bis 2030 steigt der Bedarf deutlich
Für seine Berechnungen betrachtet das DBFZ zwei Szenarien mit unterschiedlich schneller Elektrifizierung des Straßenverkehrs. Bis 2030 steigt der Bedarf an erneuerbaren Kraftstoffen in beiden Fällen deutlich. Für 2040 reichen die Berechnungen von rund 350 PJ bei schneller Elektrifizierung bis zu mehr als 600 PJ bei verzögerter Umstellung.
Die vorhandenen Produktionskapazitäten reichen dafür bislang nicht aus. Einen deutlichen Ausbau bis 2030 sieht das DBFZ derzeit nicht. Neue Anlagen benötigen zudem mehrere Jahre für Planung, Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme.
Biomasse kann einen Teil der Lücke schließen
Potenzial sieht das DBFZ vor allem bei heimischen biogenen Rest- und Abfallstoffen. Sie könnten stärker für die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe genutzt werden. Konventionelle Biomasse berücksichtigt die Analyse bei dieser Potenzialbetrachtung nicht.
Zusätzliche Möglichkeiten entstehen durch die Verbindung mit strombasierten Verfahren. So lässt sich biogenes CO₂, das etwa bei der Biomethanproduktion anfällt, zur Herstellung weiterer erneuerbarer Kraftstoffe nutzen. Wie groß der Bedarf tatsächlich ausfallen wird, hängt jedoch vor allem davon ab, wie schnell Pkw und Nutzfahrzeuge elektrifiziert werden.
ag