Cashew-Schalen werden zu Biokohle
In Côte d’Ivoire will Varaha Cashew-Schalen aus der Verarbeitung in Biokohle umwandeln. Das neue Partnerprogramm verbindet Reststoffnutzung, langfristige Kohlenstoffspeicherung und Nutzen für die Landwirtschaft.
Das indische Unternehmen Varaha startet im Rahmen des Varaha Industrial Partners Program (VIPP) ein neues Industrieprojekt in Côte d’Ivoire. Gemeinsam mit Revata Carbon und dem Agrarunternehmen Valency International sollen Schalen aus der Cashew-Verarbeitung in Biokohle umgewandelt werden. Für die Bioökonomie ist das gleich in mehrfacher Hinsicht interessant. Ein Reststoff wird aufgewertet, der darin gebundene Kohlenstoff soll langfristig gespeichert werden, und ein Teil der Biokohle kann als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft genutzt werden.
Reststoff aus der Cashew-Verarbeitung bekommt neuen Wert
Nach Angaben von Varaha fallen in der wachsenden Cashew-Industrie des Landes große Mengen an Schalen an, die bisher oft verbrannt werden oder nur schwer nutzbar sind. Im neuen Projekt sollen sie kontrolliert thermisch in ein kohlenstoffreiches Material überführt werden. Biokohle kann Wasser und Nährstoffe im Boden besser halten und gilt zugleich als möglicher Baustein für dauerhafte Kohlenstoffentfernung, wenn Herkunft, Einsatz und Speicherung sauber dokumentiert werden. Genau dafür will Varaha die Messung, Dokumentation und Prüfung der Klimawirkung übernehmen. Die entstehenden Gutschriften sollen über den Marktplatz Puro.earth vermarktet werden.
Varaha baut sein Geschäft rund um Biokohle weiter aus
Varaha wurde 2022 gegründet und ist in mehreren Ländern Südasiens und sowie in Westafrika aktiv und arbeitet laut Unternehmen an mehr als 20 Projekten. Anfang Februar 2026 gab das Start-up bekannt, dass Investoren zunächst 20 Millionen US-Dollar für den weiteren Ausbau des Unternehmens bereitstellen. Insgesamt soll die laufende Finanzierungsrunde rund 45 Millionen US-Dollar umfassen. Zudem sicherte sich Varaha zuletzt größere Abnahmeverträge für Zertifikate zur Kohlenstoffentfernung, darunter eine Vereinbarung mit Microsoft über mehr als 100.000 Tonnen CO2-Entfernung. Das Projekt in Côte d’Ivoire zeigt damit nicht nur eine neue Nutzung für Cashew-Reste, sondern auch, wie sich Biokohle zunehmend aus einer Nischenanwendung heraus entwickelt.
ag