Biobasiertes Elastomer aus Lignin startet im Markt
Lignin Industries bringt ein thermoplastisches Elastomer auf den Markt, das zu großen Teilen auf Lignin basiert. Das Material soll fossile Kunststoffe ersetzen und die CO2-Emissionen deutlich senken.
Lignin fällt in großen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoffindustrie an. Das schwedische Unternehmen Lignin Industries nutzt diesen nachwachsenden Rohstoff nun für ein neues thermoplastisches Elastomer (TPE). Das Material mit dem Namen Renol TPV wird als Alternative zu fossilen TPEs positioniert und kann laut Unternehmen in bestehenden Verarbeitungsprozessen eingesetzt werden. Der Ligninanteil lässt sich dabei je nach Anwendung anpassen.
Weniger CO₂ durch biogenen Kohlenstoff
Im Vergleich zu konventionellen Elastomeren auf Erdölbasis soll das neue Produkt die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren. Als Grundlage nennt Lignin Industries den biogenen Kohlenstoff im Lignin, der während des Pflanzenwachstums gebunden wurde. In Mischungen mit etablierten thermoplastischen Elastomeren sind laut Anbieter Einsparungen von bis zu 50 Prozent möglich. Zugleich soll das Material die Recyclingfähigkeit der Endanwendung nicht beeinträchtigen und mehrfach wiederverarbeitet werden können.
Skalierung auf industriellem Niveau
Als mögliche Einsatzbereiche nennt das Unternehmen Konsumgüter, technische Bauteile sowie Anwendungen im Automobilumfeld. Ziel ist es, fossile Elastomere schrittweise zu ersetzen, ohne dass Hersteller ihre Produktionslinien grundlegend umstellen müssen. Durch die Nutzung eines Nebenstroms der Holzindustrie wird zudem die stoffliche Wertschöpfung in der Bioökonomie gestärkt.
ag