Biobasierte Glycolsäure für Hautpflegeprodukte im Industriemaßstab

Biobasierte Glycolsäure für Hautpflegeprodukte im Industriemaßstab

Ein biobasierter Wirkstoff verspricht, die Kosmetikindustrie nachhaltiger zu machen. Erstmals steht Glycolsäure aus pflanzlichen Quellen in großem Maßstab zur Verfügung und könnte fossile Rohstoffe verdrängen.

Hautpflegeprodukte Symbolbild
Glycolsäure steckt in viele Hautpflegeprodukten und steht nun erstmals aus biologischen Rohstoffen im Industriemaßstab zur Verfügung.

Glycolsäure ist aus moderner Hautpflege kaum wegzudenken. Ob Anti-Aging-Creme, Peeling oder medizinische Anwendung: der Wirkstoff gilt als besonders effektiv, weil er tief in die Haut eindringen kann. Doch bislang hatte das Erfolgsprodukt einen Haken: Seine Herstellung basierte fast vollständig auf fossilen Rohstoffen.

Nun kommt Bewegung in den Markt. Das Unternehmen Avid Organics bringt erstmals eine biobasierte Glycolsäure in kommerziellem Maßstab auf den Markt. Der Launch ist für April 2026 geplant, begleitet von einer REACH-Registrierung, die den Vertrieb in Europa absichert. Für Hersteller von Kosmetik- und Pflegeprodukten eröffnet sich damit eine neue Option, ihre Lieferketten nachhaltiger zu gestalten.

Pflanzliche Rohstoffe statt Erdgas

Die klassische Herstellung von Glycolsäure erfolgt über chemische Prozesse auf Basis von Erdgas. Dabei entstehen nicht nur Treibhausgase, sondern auch Verunreinigungen im Produkt. Die neue Variante setzt stattdessen auf pflanzliche Ausgangsstoffe und erneuerbare Energie in der Produktion. Das reduziert die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und verbessert die Umweltbilanz des gesamten Produkts. Gleichzeitig ermöglicht die biobasierte Herstellung eine bessere Rückverfolgbarkeit, ein Aspekt, der für viele Marken angesichts wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen immer wichtiger wird.

Vom Nischenprodukt zur Massenanwendung

Während viele biobasierte Chemikalien lange Zeit nur in kleinen Mengen verfügbar waren, markiert die großskalige Herstellung der Glycolsäure einen entscheidenden Schritt in Richtung industrieller Skalierung. Die Produktion ist laut Hersteller so konzipiert, dass sich die Substanz ohne Anpassungen in bestehende Rezepturen integrieren lässt. Zudem erfüllt sie hohe Reinheitsstandards und minimiert typische Nebenprodukte der fossilen Produktion. 

hb