Biobasierte Chitosan-Folie blockt UV-Licht besser ab

Biobasierte Chitosan-Folie blockt UV-Licht besser ab

Eine neue biobasierte Folie gewinnt durch nanoskalige Chitosan-Partikel an Stabilität und UV-Schutz. Das könnte biobasierte Verpackungen für lichtempfindliche Lebensmittel robuster machen.

Dried and ground shrimps
Chitosan wird unter anderem aus Garnelen gewonnen. Kombiniert mit Stärke lässt es sich zu biobasierten Folien kombinieren, die empfindliche Produkte besser vor UV-Licht schützen sollen.

Biobasierte Verpackungsmaterialien sollen fossile Kunststoffe ersetzen, ohne dabei Schutzfunktionen einzubüßen. Gerade im Lebensmittelbereich ist das anspruchsvoll. Folien müssen stabil sein und zugleich Aroma, Feuchtigkeit oder Licht so kontrollieren, dass Produkte möglichst lange haltbar bleiben. Eine jetzt in der Fachzeitschrift Polymers veröffentlichte Studie zeigt, wie sich Folien aus Stärke und Chitosan durch nanoskalige Chitosan-Partikel gezielt verbessern lassen. Im Zentrum steht damit eine Materialkombination aus zwei biogenen Rohstoffen, die in der Verpackungsforschung schon länger als vielversprechend gilt.

Chitosan ist ein Biopolymer, das aus Chitin gewonnen wird. Chitin kommt unter anderem in den Schalen von Krebstieren vor, kann aber auch aus Pilzen stammen. Stärke wiederum zählt zu den wichtigsten pflanzlichen Rohstoffen für biobasierte Kunststoffe. Beide Stoffe sind für die Bioökonomie interessant, weil sie nachwachsende oder biogene Ressourcen erschließen und sich zu funktionellen Folien verarbeiten lassen.

Nanopartikel verbessern Schutz und Materialstruktur

Laut der Publikation wurde die Chitosan-Stärke-Folie mit Chitosan-Nanopartikeln verstärkt, um ihre Eigenschaften gezielt aufzuwerten. Die sehr kleinen Partikel wirken im Material wie eine feine Verstärkung. Nach Darstellung der Autorinnen und Autoren trägt das dazu bei, die Folienstruktur zu stabilisieren und die Abschirmung gegen ultraviolette Strahlung zu verbessern. Für Verpackungen kann das relevant sein, weil UV-Licht Inhaltsstoffe angreifen und damit Qualität, Farbe oder Aroma empfindlicher Lebensmittel beeinträchtigen kann.

Die Arbeit reiht sich in ein breiteres Forschungsfeld ein, das biobasierte Polymerfilme funktionaler machen will. Auf Bioökonomie.de wurde bereits beschrieben, wie biobasierte Verpackungsfolien für Lebensmittel zusätzliche Barriereeigenschaften erhalten oder wie andere biobasierte Folien für Lebensmittelverpackungen mit besseren Schutzeigenschaften entwickelt werden. Die neue Studie knüpft daran an, setzt ihren Schwerpunkt aber auf Chitosan als funktionelles Biopolymer und auf den Beitrag nanoskaliger Strukturen zum UV-Schutz.

Bioökonomie braucht leistungsfähige Verpackungsalternativen

Dass Stärke als Rohstoff für Biokunststoffe wichtig ist, zeigt auch ein Dossier von Bioökonomie.de zu biobasierten Materialien. Gleichzeitig verweist die Branchenübersicht Konsumgüter darauf, dass gerade im Lebensmittelbereich hohe Anforderungen an Stabilität, Barrierewirkung und Recyclingfähigkeit erfüllt werden müssen. Genau an dieser Schnittstelle ist die aktuelle Arbeit interessant. Sie zeigt, wie ein biobasiertes Materialsystem nicht nur nachhaltiger, sondern auch funktional leistungsfähiger werden kann.

Bis zu einer breiten industriellen Nutzung sind jedoch weitere Schritte nötig. Entscheidend wird sein, ob sich die Folien im größeren Maßstab verarbeiten lassen und wie stabil sie unter realen Lager- und Transportbedingungen bleiben. Dennoch liefert die Studie einen gut anschlussfähigen Ansatz für die Bioökonomie. Statt allein auf neue Rohstoffe zu setzen, werden bekannte biogene Ausgangsstoffe wie Stärke und Chitosan so kombiniert, dass ihre Eigenschaften gezielt verbessert werden können.

ag